10 Juli 2011

Tote Mädchen Lügen nicht - Jay Asher

0 DREAMS left | leave a DREAM
Titel: Tote Mädchen lügen nicht
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Preis (broschierte Ausgabe): 14,95 Euro
Seiten: 288
Erscheinungsdatum: März 2009

Klapptext

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Erwartung

Der Klapptext lässt schon vermuten, dass das Buch sehr ernst und traurig ist, vielleicht auch beängstigend und beunruhigend, weil man eben noch nicht weiß, was für Gründe Hannah in den Selbstmord getrieben haben.


Rezension

Niemand von uns weiß genau, wie viel Einfluss wir auf das Leben der anderen haben. In der Regel gibt es keine konkreten Hinweise, und so machen wir einfach weiter, ohne unser Verhalten zu überdenken. 
Dieser Satz beschreibt das Kernthema des Buches im Grunde perfekt. Keine unsere Handlungen bleibt ohne Folgen...
Die Geschichte hat mir gut gefallen und mich noch über das Buch hinaus beschäftigt.

Der Stil ist gut, zwar sind die Worte einfach, da es sich eben um ein Jugendbuch handelt und die Geschichte auch von Jugendlichen erzählt wird, aber trotzdem lässt es sich gut lesen und ist voller Emotionen. Außerdem wird das Interesse stets aufrecht gehalten (und das, obwohl man weiß, wie das Buch ausgeht), denn man erfährt immer nur bruchstückhafte Teile der Geschichte und Andeutungen darauf, was später passiert und erst in der letzten Hälfte des Buches setzt sich dann alles zusammen.

Auch die Charaktere sind gut entworfen, die Hauptpersonen, also Hannah und Clay sind sehr sympathisch, weswegen man beide sehr gut verstehen kann und ihnen am liebsten noch helfen möchte, auch wenn es schon zu spät ist.
Direkt am Anfang der Geschichte wird man mitten ins Geschehen geschmissen. Clay schickt die Kassetten weiter an den nächsten. Danach beginnt ein Rückblick, zu dem Tag, als er die Kassetten bekommen hat.

Am Anfang ist es etwas verwirrend, da man, sobald er anfängt die Kassetten hören, plötzlich zwei Handlungsstränge nebeneinander hat, denn man bekommt gleichzeitig Hannahs Geschichte und Clays Gedanken und Handlungen zur der Zeit, als er die Kassetten hört, erzählt. Hannahs Worte sind kursiv, Clays normal gedruckt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, findet man es eigentlich ziemlich genial. Es ist wirklich fast so, als würde Clay einer Art Audio Guide zuhören, wie im Museum, denn Hannah Geschichten spielen an den unterschiedlichen Orten und sie animiert die Leute, sich diese anzuschauen, während sie die Kassetten hören, was Clay auch immer tut. Dadurch wird ihre Geschichte noch lebendiger, als sie eh schon ist.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, um so bedrückender wird die Atmosphäre des Buches. Auch wenn am Anfang schon klar ist, worauf das ganze hinaus läuft, kommt es einem noch nicht so schlimm vor, aber je weiter Hannah erzählt und den Hörern auch klar macht, wie sie immer mehr den Boden unter den Füßen verloren hat, desto bedrückender wird die Stimmung.
Und am Ende, wenn man weiß, dass dies nun Hannahs letzte Worte sind, können einem schon mal die Tränen kommen.

Und auch wenn es einige gibt, die meinen, dass Hannahs Handlungen und Gründe zum Selbstmord nicht gerechtfertigt sind und sie deswegen dieses Buch unlogisch finden, ich kann es nachvollziehen. Auch wenn die einzelnen Dinge, die passiert sind, nicht unbedingt so schlimm waren, wenn man sie alle zusammen nimmt, reicht es eben doch einen Menschen dazu zu bringen, sich umzubringen. Schaut man sich die Selbstmörder im wahren Leben doch an, viele hatten eigentlich gar nicht so große Probleme, meistens heißt es doch, die Probleme hätte man in den Griff kriegen können usw., aber trotzdem hat sich diese Person umgebracht, weil es für sie eben doch schlimmer war, als es von außen scheint.

Ich fand es schwierig dieses Buch zu bewerten, weil es so anders ist, als die Bücher, die ich sonst lese. Man bekommt hier ein trauriges, dramatisches, gut zu lesendes Buch, welches einen über sein Handeln nachdenklich stimmen lässt, da einem erst bewusst wird, wie man mit seinem Handeln andere beeinflussen kann. Ich kann es nur weiterempfehlen, aber man sich wirklich auf schwere Kost einstellen, allerdings sieht man die Welt danach doch etwas anders.

Stil (4/5)
Charaktere (4/5)
Humor (1/5)
Gefühl (4/5)
Spannung (2/5)
 4 von 5 Dreamcatcher

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