11 Dezember 2011

[Rezension] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie - Lauren Oliver

5 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Originaltitel: Bevor I fall
Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Preis (gebundene Ausgabe): 19,90 Euro
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: September 2010
Klapptext

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ...

Rezension

Obwohl das Buch einen ziemlich bescheuerten Titel besitzt (meiner Meinung nach), war es eigentlich ganz gut.

Der Schreibstil der Geschichte ist sehr gelungen. Da Sams verstorbenes Ich erzählt, bekommt man von ihr manchmal eine Randanmerkung geliefert und auch der Leser persönlich wird hin und wieder angesprochen. Außerdem lässt es sich gut und schnell lesen. Das sprachliche Niveau ist jedoch nicht allzu hoch.

Die Charaktere... Ja, wären die Charaktere nun der Hammer gewesen, wäre dieses Buch wohl eines meiner Lieblingsbücher geworden. Aber die Charaktere waren mir alle dermaßen unsympathisch. Die ersten hundert Seiten hatte ich wirklich große Lust das Buch weg zu legen, allein die Hoffnung, dass Sam sich vielleicht noch mal ändert, hat mich weiter lesen lassen. Denn Sam ist eine oberflächliche Mitläuferin, der ich gerne mal ein paar Takte erzählen würde. Tatsächlich wurde sie früher gehänselt, da sie rote Flecken bekommt, wenn sie nervös ist und was tut sie? Bezeichnet nun gerade die Person als ihre beste Freundin, die sich diesen Spruch ausgedacht hat. Aber Sam ignoriert das und ihre beste Freundin hackt ja nun auf anderen rum. Schlimm, dabei könnte man meinen Sam hätte vielleicht etwas daraus gelernt, aber nein, sie ist begeistert bei der Sache, wenn es ums Mobben geht...
Ja und wer meint, die gute Sam ändert sich vielleicht, weil sie ja immerhin stirbt und so, der hat sich im großen und ganzen auch getäuscht. Ja, sie beginnt über ihr Leben nachzudenken und fragt sich, ob sie alles immer richtig gemacht hat, aber trotzdem bleibt sie im großen und ganzen die alte.
Einziger Lichtblick in diesem Buch. Kent. Ein toller, toller Charekter, von dem ich gerne noch mehr hätte kennen gelernt.

Tja, genug über die Charaktere geschimpft, kommen wir nun zur Geschichte. Die Geschichte war gut. Die sieben mal in denen Sam den selben Tag wieder und wieder erlebt, waren interessant mit zu lesen und auch immer anders. Man erkennt hier erst, wie eine kleine vielleicht unbedachte Handlung, eine ganze Geschichte zum Guten oder Schlechten verändern kann.
War Sam doch erst fest davon überzeugt, dass es ein Traum war, beginnt sie irgendwann sich zu fragen, warum sie immer das selbe erlebt und nicht einfach sterben kann. Bis ihr klar wird, dass sie noch eine Aufgabe zu erledigen hat.
Ich habe mich das ganze Buch doch recht gut unterhalten gefühlt und gerne die verschiedenen Tage miterlebt. Alles in allem fand ich es sehr logisch und realistisch, wie sich Sam verhalten hat. Auch ihre Gedankengänge und wie sie doch immer mehr hinterfragt, was an diesem Tag passiert ist, habe ich gerne mitgelesen. Spannung findet man hier eher darin, dass man selbst wissen will, warum Sam eigentlich immer wieder zurückkehrt und was sie dagegen tun kann, aber die richtig große Spannung sucht man wieder mal vergebens. Auch die kleine Liebesgeschichte, die am Rande stattfindet, hat mir sehr gut gefallen, hätte ich gerne mehr von gelesen.
Das Ende war passend für das Buch, auch wenn es ein eher überraschendes Ende war. Leider fand ich es nicht so toll, aber das ist geschmackssache. Eigentlich kann man gegen das Ende nichts sagen, es war logisch, spannend und abgeschlossen, es gehört nur nicht zu meinem favorisierten Ende.

Fazit

Das Buch war ganz in Ordnung. Kein weltbewegendes Buch, aber doch eins, welches einem mehrere Stunden in seinen Bann zieht. Mal wieder ein Buch, in dem die Hauptperson mehr gehasst, als geliebt wird. Ob man sie mag, muss man einfach selbst herausfinden, ich mochte sie eher weniger und habe trotzdem das Buch gerne gelesen.
Trotzdem, wer mal etwas anderes, neben Vampiren, Wehrwölfen und anderen magischen Wesen lesen möchte, etwas mit einem eher ernsteren Thema, der darf hier auch gerne mal zugreifen.


Stil (3/5)
Charaktere (3/5)
Humor (2/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (3/5)
3 von 5 Dreamcatcher

Kommentare:

  1. Die Grundidee erinnert doch stark an "Täglich grüßt das Murmeltier". Schade, dass es nicht durchweg gut ist. Gerade gute Charaktere sind für mich in einem Roman wichtig.

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  2. Stimmt, kann sein, dass sich die Autorin dort inspirieren gelassen hat.

    Mir ja eigentlich auch. Aber ist ja auch subjektiv ob man einen Charakter mag oder nicht. Vielleicht findest du Sam ja gaaaaaaanz toll ;)

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  3. Ach schade! Ich fand das Buch damals richtig gut ... und Sam hat für mich schon eine Wandlung durchlebt. Ich fand es gerade interessant, dass sich Lauren Oliver einen schwierigen und zunächst äußerst unsympathischen Charakter vorgeknöpft hat. Anfangs hätte ich Sam am liebsten den Kopf gewaschen, zum Ende hin fing ich richtig an sie zu lieben. Du hast aber wohl recht. Das ist alles reine Geschmack- und wohl auch Ansichtssache. Bei dem "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Prinzip hatte ich zunächst gedacht, dass es mich langweilen könnte, dass war zum Glück gar nicht so - da stimme ich voll mit dir überein. Eine schöne und ausführliche Rezi, auch wenn ich einiges anders empfunden habe.

    Liebe Grüße
    Reni

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  4. Ich bin wirklich am hadern ob ich das Buch kaufen soll, weil die Meinungen so unterschiedlich sind ! Ah, schwere Entscheidung ;)

    LG
    _________________________________________

    http://baddicted.blogspot.de/

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    1. Hmm, eigentlich kann man nie sicher sein, ob einem ein Buch gefällt. Ich hab auch schon Bücher gelesen, die alle toll fanden nur ich dann nicht und umgekehrt ;) Entweder musst du es einfach mal wagen oder du wirfst eine Münze :D

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