29 Januar 2012

[Rezension] In großen Wassern - Kit Whitfield

1 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: In großen Wassern
Originaltitel: In great waters
Autor: Kit Whitfield
Verlag: Heyne
Preis (broschierte Ausgabe): 13,99 Euro
Seiten: 544
Erscheinungsdatum: Januar 2012


Klapptext

Venedig im Mittelalter: Zum Wohle ihrer Völker schlossen Menschen und Wasserwesen einen Pakt, der das Angesicht der Welt für immer verändern sollte. Doch nun, fünfhundert Jahre später, beherrschen Neid und Missgunst das Verhältnis zwischen Wasserwesen und Landbevölkerung, und jeder Kontakt zwischen Menschen und Meeresgeschöpfen wird hart bestraft. In diesem Klima der Missgunst kämpft die junge Prinzessin Anne um ihre Stellung am englischen Hof, nicht ahnend, dass ihr Schicksal unauflöslich mit dem eines Meermannes verbunden ist ..




Auf den Punkt 

 Intrigen, Intrigen, Intrigen, doch wo bleiben Spannung, Humor und große Gefühle?

Rezension

Wie ihr vielleicht jetzt schon vermutet bin ich nicht allzu begeistert von diesem Buch. Leider, denn immerhin ist es mein Tipp des Monats und ich hoffte auf etwas anderes, aber durchaus gutes.
Vorneweg, vergesst den Klapptext. Neid und Missgunst mag ja vielleicht irgendwo herrschen, aber davon bekommt man in diesem Buch gar nichts mit, es ist unwichtig. Und das Annas Schicksal unauflöslich mit einem Meermann verbunden ist, klingt nach Gefühlen und Romantik und die kann man sehr lange in diesem Buch suchen.

Der Anfang war durchaus noch vielversprechend. Pfiff, ein Tiefling, wie die Meermenschen genannt werden, hat sein ganzes Leben damit zu kämpfen, dass er anders ist. Er hat, im Gegensatz zu den anderen Tieflingen, eine Flosse zu viel und kann weniger lange die Luft anhalten. Irgendwann möchte seine Mutter ihn nicht länger durchfüttern und setzt ihn an einem Strand aus. Dort wird er von einem Wesen, welches anders und doch ihm ähnlich ist, aufgenommen und in einen Raum gesperrt. Die neue Situation gefällt Pfiff gar nicht und er hat schreckliche Angst vor der Welt, die so ganz anders ist, als die, die er kennt.

Bis dahin war dieses Buch wirklich nicht schlecht. Der Schreibstil der Autorin lädt einem wirklich zum weiterlesen ein und auch die Geschichte macht neugierig, da Pfiff oder Henry, wie er von den Menschen genannt wird, vor ganz alltäglichen Dingen, wie Ecken, Angst hat, weil er so etwas aus dem Meer einfach nicht kennt. Man ist gespannt, warum ein Mensch diese Kreatur aus dem Meer aufgenommen hat und wie Henry sich wohl weiter schlagen wird. Doch schon bald beginnt das ganze sich ein bisschen zu ziehen. So um die hundert Seiten darf man mitlesen, wie Henry sich in der Gefangenschaft fühlt und ihm alles nicht geheuer ist. Erst dann erfährt man von dem Mann, der sich um ihn kümmert, dass alle Könige Europas auf eine Tieflings-Urahnin zurückgehen und jetzt alle Halbblüter sind. Schließlich durften nur noch Halblinge auf den Thron und es war verboten mit Tieflingen Kinder zu zeugen. Solche "Bastarde" wie Henry landeten auf dem Scheiterhaufen,wenn sie entdeckt wurden, da sie eine Bedrohung für die Krone waren. Und genau dort lag der Plan der Menschen, die Henry gefunden hatten. Sie wollten die Königsfamilie stürzen.

Nachdem man dies erfährt hat, findet ein Perpektivwechsel statt und man bekommt die Geschichte von Anna erzählt, einer englischen Prinzessin, die sich seitenlang nur nach der Anerkennung ihrer Mutter sehnt. Ich hatte Hoffnungen, dass mit dem Perspektivenwechsel auch etwas Spannung in die Geschichte kommt, aber nichts.

Und so geht es immer weiter und weiter. Es werden Intrigen gesponnen, den Thron zu stürzen, die Königin zu töten und Henry und Anna sind mittendrin. Aber mehr ist es eben nicht. Romantik oder Action findet man hier eigentlich gar nicht, genauso wenig wie Humor. Allgemein sucht man in diesem Buch vergebens nach irgendwelchen Gefühlen. Selten erlebt man mal Angst oder Trauer mit, meist bleiben alle einfach gefühlskalt und kalkulierend.

Auch haben die Hauptpersonen zwar alle einen Charakter, doch mag ich keinen wirklich gerne. Henry ist mir irgendwie zu stur und einfach anders, Anna nervt mich mit ihrem permanenten Anerkennungswunsch und die anderen Figuren sind alle einfach nur irgendwie gemein und kaltherzig.

Selbst der kleine Showdown am Ende ist irgendwie langweilig und das obwohl ein Krieg, ausgelöst von weiteren Intrigen, droht. Doch natürlich wird er irgendwie diplomatisch beigelegt und dann gibt es ein kleines Happy End, dem irgendwie auch die Gefühle fehlen.

Pluspunkte sammelt das Buch nur durch - wie gesagt -  den Schreibstil, aber auch durch die neuartige Idee der Tieflinge und deren Verbundenheit zu den Königshäusern. Alles sehr autentisch und kein bisschen unlogisch.



Fazit

Also auch wenn die Rezension sehr negativ klingt, man konnte das Buch lesen. Es hat mich definitiv nicht vom Hocker gehauen und manche Stellen ziehen sich wie Kaugummi, aber es war okay. Wer auf königliche Intrigen steht, sollte unbedingt zuschlagen, da man hier fast ein Buch alla Maria Stuart vor sich hat, doch wer Romantik, Action oder gar Spaß gerne liest, sollte doch besser die Finger davon lassen, da dieses Buch kalt und langatmig ist.


Stil (4/5)
Charaktere (2/5)
Humor (0/5)
Gefühl (1/5)
Spannung (2/5)
 1,5 von 5 Dreamcatchers

Vielen Dank an den Heyne-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Kaufen? *klick*

1 Kommentar:

  1. tze, reibt sie mir auf die nase, dass sie 10 Seiten mehr gelesen hat. *beleidigt rausstampf* Tze!

    Ne, ne... Scherzchen. Das Problem ist nur - jetzt bin ich 3 Rezensionsn im Rückstand, mein Postfach läuft über vor Gewinnspielteilnehmern und ich komm mit Kommis beantworten durcheinander :o und ich hab fast 100! Leser o__o Und mein neues Design ist total toll *___* Und ich hab so wenig Zeit :( blöde Arbeit. Aber am Wochenende muss alles nachgeholt werden. Vermutlich sinds dann schon 4 Rezensionen, die fehlne.... haha :D

    Und Captcha Codes find ich auch absolut nervig... Das Buch was du da grad rezensiert hast, klingt ja nicht so dolle, auch wenn das Cover schön ist *___*

    AntwortenLöschen