16 Februar 2012

[Rezension] Die Bücherdiebin - Markus Zusak

7 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Die Bücherdiebin
Originaltitel: The book thief
Autor: Markus Zusak
Verlag: Blanvalet
Preis (broschierte Ausgabe): 9,99 Euro
Seiten: 592
Erscheinungsdatum: Februar 2008


Klapptext

1939, Nazideutschland. Der Tod hat viel zu tun und eine Schwäche für Liesel Meminger.

Am Grab ihres kleinen Bruders stiehlt Liesel ihr erstes Buch. Mit dem „Handbuch für Totengräber“ lernt sie lesen und stiehlt fortan Bücher, überall, wo sie zu finden sind: aus dem Schnee, den Flammen der Nazis und der Bibliothek des Bürgermeisters. Eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt, die sie auch nicht verlässt, als die Welt um sie herum in Schutt und Asche versinkt. Liesel sieht die Juden nach Dachau ziehen, sie erlebt die Bombennächte über München – und sie überlebt, weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat.

Tragisch und witzig, wütend und zutiefst lebensbejahend – vom dunkelsten und doch brillantesten aller Erzähler: dem Tod.


Auf den Punkt 

Ungewöhnliches Buch, welches mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat.

Rezension

Es gibt, neben, tollen, tiefgründigen Charakteren, die mir alle ziemlich am Herzen lagen und einer tollen Geschichte, drei gute Gründe dieses Buch zu kaufen: 
  1. Der Erzähler
  2. Der außergewöhnliche Schreibstil
  3. Die besondere Gestaltung des Buches
Was ist an dem Erzähler so besonders?
Der Erzähler ist niemand geringeres als der Tod selbst. Und dieser ist, ob man es glaubt oder nicht, ein recht sympathischer Kerl, der sich seine eigenen Gedanken zur menschlichen Geschichte macht. Außerdem erzählt er die Geschichte auf seine besondere Art. Er springt in der Geschichte vor oder zurück und verrät einige Dinge vorher, er stellt die Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise vor, meist gibt es einen kurzen Einwurf, in dem eine Art Steckbrief erstellt wird und neben Dingen wie Augenfarbe, meist auch die Art des Todes beschrieben wird, und er erzählt uns auch von seinem eigenen "Leben" immer mal und es ist anders als gedacht.

Was ist an dem Schreibstil außergewöhnlich?
Der Autor hat einfach ein wunderbarer Gespür für Worte. Die Sätze sind einfach toll formuliert und er schafft es mit seinemWorten die Geschichte sehr behutsam zu erzählen und einfach fantastische Bildern in den Köpfen der Leser zu erzeugen

Wieso ist das Buch besonders gestaltet?
Zum einen ist das Buch in mehrere Teile gegliedert, in denen es verschiedene Abschnitte mit ganz speziellen Überschriften gibt und, und das macht das Buch nun wirklich besonders, manche Dinge, werden nicht einfach nur beschrieben, sondern wirklich gezeigt. Zum Beispiel bekommt Liesel ein Buch gemalt und dieses wird dann tatsächlich präsentiert. Fand ich einfach super, da man es nie so beschreiben hätte können, wie es dann tatsächlich aussah.

Nun noch kurz zur Geschichte, die im Klapptext nun so gar nicht vermittelt wird.
Die Geschichte spielt im Nazi-Deutschland. Liesel wird zu Pflegeeltern geschickt, da ihre Mutter vermutlich eine Kommunistin war. Auf der Fahrt zu den Pflegeeltern stirb ihr Bruder. Hier begegnet der Tod der kleinen Liesel das erste Mal.
Man erfährt nun die Geschichte von Liesel, angefangen mit der Ankunft bei den Pflegeeltern und begleitet sie ein paar Jahre. Zwischendurch erzählt uns der Tod immer in welchem Jahr wir uns befinden und was dort passiert bzw. wo er nun gerade Leichen einsammeln muss. Nach und nach rückt nun auch ein Jude, Max, in den Blickpunkt des Geschehen und der Autor schafft es, dass mir dieser innerhalb von wegen Augenblicken ans Herz wächst. Denn Max hat einen eigenen Blick auf die Geschehnisse und die Theorien der Nazi und er ist einfach ein besonderer Charakter.
So verläuft die Geschichte, in der auch Bücher und Worte im Mittelpunkt stehen, bis zum Tag, an dem Liesel ihre Leben aufschreibt und die Geschichte so dramatisch zu Ende geht, dass kein Auge trocken bleiben wird, und das obwohl oder gerade weil der Tod das Ende schon sehr viel früher verrät.
Der Epilog hat mich allerdings nicht ganz zufrieden gestimmt. Ich hätte doch ganz gerne noch ein paar mehr Informationen bekommen, auch wenn mir die Grundidee dahinter sehr gut gefallen hat.



Fazit

Eine wunderbare Geschichte, die mit sehr viel Liebe erzählt wird. Obwohl ich den Einstieg etwas langatmig empfunden habe und das Ende für mich durchaus noch etwas detaillierter hätte sein können, hat die Geschichte einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden und mich noch nach dem Lesen beschäftigt. 
Dieses Buch ist nichts für Leute, die seichte Unterhaltung suchen, denn auch wenn es ein paar humorvolle Stellen gibt, gibt es einfach auch sehr ernste Themen. Genauso wenig ist das Buch etwas für Leute, die Action und Geschichten suchen, in denen die Helden von einem Abenteuer ins nächste schlittern, doch für alle anderen, die gerne mal etwas komplett anderes lesen wollen und sich auch wirklich auf die Geschichte einlassen können, ist dieses Buch definitiv die richtige Wahl.

Stil (5/5)
Charaktere (5/5)
Humor (2/5)
Gefühl (3/5)
Spannung (3/5)


4,5 von 5 Dreamcatchers

Kommentare:

  1. Ich hab schon so oft was von diesem Bcuh gehört. Ich denke, jetzt muss es auf meinen SUB!

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  2. Hm, nach der tollen Rezi sollte ich das Buch wohl auch langsam mal lesen - es liegt ja schon eine Weile auf meinem SuB.
    Danke für diese tolle Rezi! LG und ein schönes Wochenende

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  3. Das Buch steht auch auf meiner Liste der Bücher, die ich unbedingt noch lesen muss.

    Liebe Grüße

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  4. Ich böse abwesende... na ja, besser spät als nie ;)

    Also ich sehe es auch so, dass ihr das Buch unbedingt lesen müsst, sonst verpasst ihr etwas :)
    Allerdings müsst ihr euch, wie gesagt drauf einlassen, es ist wirklich anders. Kann deswegen aber auch sein, dass es euch so gar nicht gefällt, was wir aber mal nicht hoffen wollen ;)

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  5. Und meine letzte Rezensionsfrage: hier unter 4 od. 5 Sternen verlinken?
    Liebe Grüße ♥, Janine

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    1. Du bist klasse! Lieben Dank für deine Kooperation! ;)

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