06 Mai 2012

[Rezension] Bevor ich sterbe - Jenny Downham

3 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Bevor ich sterbe
Originaltitel: Before I die
Autor: Jenny Downham
Verlag: cbt
Preis (broschierte Ausgabe): 8,90 Euro
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: November 2009
Klapptext

ie Ärzte machen der 16-jährigen Tessa wenig Hoffnung. Ihr Kampf gegen die Leukämie scheint nach vier Jahren verloren. Doch Tessa will nicht einfach verschwinden, sie will leben – wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt eine Liste, was sie noch tun will, bevor sie stirbt: einen Tag nur ja sagen, Drogen nehmen, einen Tag lang berühmt sein, etwas Verbotenes tun, einmal Sex haben. Als Adam auftaucht, ist Sex plötzlich mehr als ein Punkt auf ihrer Liste. Doch darf man lieben, wenn man stirbt?

Auf den Punkt 

Gute Idee, aber irgendwie schlecht umgesetzt.

Rezension

Ich bin bei diesem Buch irgendwie hin und hergerissen, ob es mir nun gefallen hat oder nicht, da irgendwie alles sehr zweischneidig ist. Dieses mal trifft der Klapptext tatsächlich so ziemlich den Inhalt, von daher ist da nicht viel hinzuzufügen.
Der Schreibstil war mal gut, mal schlecht. Manchmal war er wirklich gut, vor allem wenn man Einblicke in Tessas Gedanken bekam, manchmal war er dann aber auch wieder so flapsig und umgangssprachlich, dass ich es selbst für ein Jugendbuch ziemlich krass fand. Außerdem wiederholt die Autorin manchmal seitenlang die selben Phrasen. Besonders ist mir dies bei Tessas Bruder aufgefallen, der eine halbe Ewigkeit immer den selben "ängstlichen Blick" aufgesetzt hat. Man hätte es ja mal durch besorgt oder bang oder so ersetzen können....
Aber zumindest ließ sich das Buch sehr flüssig lesen.

Bei den Charakteren ist es dasselbe. Tessa ist mir manchmal sympathisch, manchmal gar nicht. Sie ist sehr selbstbezogen und macht manchmal Dinge, bei denen man wirklich nur den Kopf schütteln und so gar nicht nachvollziehen kann, warum sie das nun tut. Trotzdem gibt es auch Momente, wo man sie mag, sie versteht und mit ihr mitleidet. 
Die anderen Charaktere waren stellenweise sehr eindimensional. Auch wenn ich Tessas Vater und Bruder sehr mochte, hätte ich sie gerne etwas besser kennen gelernt. Bei Adam war es das selbe, vor allem, weil auch er sich manchmal etwas komisch verhalten hat. Ein bisschen mehr Einblicke in seine Psyche wären wirklich sehr nett gewesen, zum Beispiel in einem Gespräch zwischen ihm und Tessa, aber dafür war Tessa zu selbstbezogen.
Wen ich so überhaupt nicht mochte, war Tessas "beste" Freundin Zoey. Also, ich kann ja verstehen, dass man wenn man so schwer krank ist, vermutlich keine große Auswahl an Freunden hat, aber lieber hätte ich persönlich gar keine, als so eine wie sie. Sehr unsympathisch kommt Zoey rüber und behandelt Tessa wie den letzten Dreck. Ich hätte mich nicht freiwillig mit ihr getroffen. Zusätzlich ist Zoeys Verhalten echt unterstes Niveau. Sie nimmt regelmäßig Drogen und geht jede Woche mit einem anderen ins Bett und im Buch wird dies aber so dargestellt, als wäre es für gesunde Mädchen mit 16 der Alltag. oO
Auch die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. Tessas Liste, die mich wirklich brennend interessiert hat, ist mir viel zu oberflächlich. Ich persönlich hätte ganz andere Dinge getan, wenn ich wüsste, ich hätte nicht mehr lange zu leben. Die vier Dinge, Drogen nehmen, Sex haben, berühmt werden, Straftaten tun... das war es auch schon auf ihrer Liste. Mehr gab es erst mal nicht und die Dinge, die sie später hinzufügt, sind irgendwie etwas komisch für eine Liste. Da hätte man wirklich seeeeehr viel mehr rausholen können. 
Auch die Liebesgeschichte zwischen Adam und ihr ist sehr gering gehalten. So wirklich ist der Funken da bei mir nicht rüber gesprungen, da alles irgendwie emotionslos geschildert wurde. 
Das Ende fand ich ganz gut. Tatsächlich konnte ich mir die Tränen nicht ganz unterdrücken, auch wenn es für manche vielleicht ein bisschen langezogen oder sogar zu kitschig sein könnte. Ich persönlich fand es auch ein bisschen überzogen und irgendwie unwahrscheinlich, dass es genau so ablaufen wird, trotzdem kann ich bei diesem Ende nicht meckern. 

Fazit
Ein Buch mit deutlichen Schwächen. Tatsächlich hätte die Autorin an allen Ecken sehr viel mehr herausholen können und ich verstehe nicht, warum dieses Buch bei Amazon so gut bewertet wurde (weswegen ich es mir ja auch gekauft habe). Ich persönlich kann es nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen, wenn man gerne mal über solche Dinge liest, gibt es bestimmt sehr viel bessere Bücher.

Stil (2,5/5)
Charaktere (2,5/5)
Humor (1/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (1/5)

2 von 5 Dreamcatchers

Kommentare:

  1. "Wir treffen uns wieder in meinem Paradies" von Isabel und Christel Zachert geht in die gleiche Richtung, ist nur eine wahre Geschichte. Nach diesem Buch habe ich mir vorgenommen, kein anderes über diese Thematik mehr zu lesen. Das hat mir so die Schuhe ausgezogen! Es war sehr eindringlich und bewegend. Das schaffen eben nur wahre Geschichten...

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    1. Da hast du recht. Ich hab beim lesen auch gedacht, irgendwie wäre mir eine reele Geschichte lieber, weil es mir manchmal ein bisschen unecht erschienen ist.
      Hab gleich mal bei Amazon geschaut und klingt wirklich nach einem guten Buch, kommt gleich mal auf meinen Wunschzettel.

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  2. Sehr schöne und nachvollziehbare Rezi! ;)
    Ich fand das Buch ETWAS besser... *grins*
    LG
    Livi

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