16 Juli 2012

[Rezension] Tschick - Wolfgang Herrndorf

4 DREAMS left | leave a DREAM
 
Titel: Tschick
Autor:Wolfgang Herrndorf
Verlag: Rowohlt
Preis (broschierte Ausgabe): 8,99 Euro
Seiten: 256
Erscheinungsdatum: September 2010
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Klapptext


Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz


Auf den Punkt

Seichte Unterhaltungs mit authentischem Schreibstil.


Rezension 

Um mal ein bisschen Abwechslung in meinen Jugendbuch-Romantasy-Alltag zu bringen, habe ich mir letztens dieses Buch gekauft. Ausschlaggeben war, neben der Tatsache, dass es nicht zum Romantasy-Genre gehört, die vielen positiven Rezensionen und der Preis. 
 Das Buch war wirklich sehr nett zu lesen. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, wie die FAZ und behaupten, dass man über dieses Buch auch noch in 50 Jahren reden wird, aber als seichte Unterhaltungslektüre taugt das Buch wirklich was. 
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maik erzählt, dem Außenseiter der Klasse. Maik, der alles andere als eine schöne Kindheit und Jugend erlebt, ist trotzdem irgendwie ein positiver Mensch und bringt uns seine Geschichte mit sehr viel Humor rüber. 
Auch Tschick, bei dem ich ja die Sorge hatte, dass ich ihn nicht mögen könnte, da er im Klapptext ja als Assi bezeichnet wird (übrigens wird im Buch Assi immer nur mit einem s geschrieben, hat mich irritiert^^), war ein toller Hauptcharakter und, wenn man mal die Tatsache beiseite lässt, dass er mit 14 Autos klaut und immer mal besoffen in die Schule geht, eigentlich gar nicht assi. 
Den Schreibstil empfand ich toll, auch wenn er wirklich sehr an die Jugendsprache angepasst war, aber doch irgendwie anders, als es die typischen Jugendbücher tun. Maik erzählt die Geschichte so, wie man sie selbst erzählen würde und manchmal schweift er eben dabei ab oder ihm fällt gerade noch etwas anderes ein. Das macht die Geschichte irgendwie authentisch und sorgt für Lesespaß.

Die Geschichte würde ich, wie schon gesagt, als seichte Unterhaltungslektüre einstufen. Sie ist sehr lustig und die Abenteuer, die die zwei auf ihrer Reise erleben sind nett und nicht unbedingt so zu erwarten, allerdings gibt es wenig spannung und action und auch keine tieferen Gefühle (und das obwohl eigentlich beide Jungs größere Probleme in ihrem Leben haben und man da sicherlich hätte ansetzen können).

Fazit

Unterhaltsam, aber kein so großes Meisterwerk, wie die Presse uns weißmachen möchte. Alle, die gerne lustige Roadmovie-Romane (seltsame Bezeichnung, aber ich wusste nicht, wie ichs sonst nennen soll^^) lesen und sich nicht mit größeren Problem herumschlagen wollen, dürfen sich dieses Buch gerne kaufen. Wer Spannung, Action oder doch die ernste Lektüre sucht, sollte definitiv ein anderes Buch kaufen.

Stil (4/5)
Charaktere (5/5)
Humor (4/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (3/5)

4 von 5 Dreamcatchers

Kommentare:

  1. ich fand das buch genial *grins* ;)
    aberrrrr schöne rezi!

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  2. Jay, endlich mal jemand, der das Buch auch nicht sooooo toll fand, wie alle immer sagen ;) Was den Schreibstil angeht, geb ich dir recht. Zwar Jugendsprache, aber irgendwie anders ^^ Aber diese ständigen "Weil, wenn.." Sätze sind mir echt auf die Nerven gegangen! ^^

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    1. Die weil-wenn-sätze sind mir jetzt nicht so wirklich aufgefallen oder ich habs schon wieder verdrängt^^ Aber ich kann verstehen, dass der Schreibstil nicht jedermanns fall ist, wegen den ganzen ausschweifungen und alles.

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