04 August 2012

[E-Book Rezension] Die Regenprinzessin - Stefanie Kullick

3 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Die Regenprinzessin
Autor: Stefanie Kullick
Preis (gebundene Ausgabe): 2,99 Euro
Seiten: 381
Erscheinungsdatum: ????
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Klapptext


Lasca, die Insel auf der die Elemente herrschen. Seitdem man zurück denken kann, finden Feuer, Wind und Wasser hier ihre Heimat.
Gianna hat von den Kindern ihres Vaters die stärkste magische Gabe geerbt und ist dafür verantwortlich das Leben in dieser sengenden Hitze zu erhalten. Sie ist die Regenprinzessin und gebietet über das Wasser. Soweit es ihr möglich ist, lebt sie zurückgezogen und lässt niemanden an sich heran. Die Vergangenheit zeigte ihr, dass man den Menschen nicht trauen kann. Doch dies ändert sich mit dem Tag an dem Gianna Van begegnet von Grund auf. Er stellt ihr Leben auf den Kopf, ohne dass Gianna sich erklären könnte wie er das nur anstellt.
Doch trotz Giannas pflichtbewusster Leibwache häufen sich die Entführungsversuche und Anschläge. Wer steckt dahinter und womit lässt sich die ungeahnte Brutalität erklären?
Durch die schon fast permanente Bedrohung ihres Lebens und die Weisung ihres Vaters, lernt Gianna, dass sie bei Weitem nicht so hilflos ist wie sie es bisher angenommen hatte und wird sich der todbringenden Kraft, die seit jeher in ihr schlummert, erst bewusst und lernt diese zu ihrem Schutz einzusetzen.
Inmitten von Intrigen, Machtkämpfen und Attentaten gelingt es Gianna wieder zu fühlen und endlich zu sich selbst zu finden.


Auf den Punkt

Leider eine ziemliche Enttäuschung


Rezension 

Gekauft habe ich mir dieses Buch, weil die Leser bei Amazon sehr begeistert davon waren und weil einfach der Preis dazu gestimmt hat.
Auch der Klapptext klang wie ein vielversprechendes Fantasybuch und nach einer schönen neuen Idee.
Aber weit gefehlt.

Erste Enttäuschung: Der Schreibstil. Wenn man ein mittelalterliches Fantasybuch liest, möchte man doch auch einen stilechten Schreibstil haben. Leider ist der Schreibstil, wie in jedem x-beliebigen Romantasybuch, in typischer Jugendsprache geschrieben, gespickt mit der damaligen Höflichkeitsform "Euch", was ich irgendwie seltsam fand. Und auch sonst benehmen sich die Figuren eher wie aus unseren Welt. Die Prinzessin bekommt zum Beispiel Taschengeld und dass sie mit 23 unverheiratet ist, stört eigentlich auch niemanden.

Außerdem spielen die Fantasy-Elemente nur eine sehr kleine Rolle. Ja die Hauptperson beherrscht das Wasser und muss den Regen beschwören. Außerdem kann sie noch ein paar weitere Tricks mit Wasser anstellen, doch das ist alles nur zweitrangig.

Im Vordergrund steht mal wieder eine Liebesgeschichte nach Schema F. Die Prinzessin findet sich selbst sooo hässlich und es hat ihr auch noch nie jemand etwas gegenteiliges gesagt, bis ein neuer Ritter (Van) an den Hof kommt, der ihrem Charme (der nicht vorhanden ist, da alle sie nur die "Eisprinzessin" nennen, da sie so kalt und abweisend ist) sofort verfällt und natürlich auch sofort weiß, dass sie eigentlich nur ein kleines verletztes Mädchen ist, welches sich hinter dieser kalten Fassade versteckt.
Und damit fängt dann erst mal das Elend an. Bis zur Hälfte des Buches konnte ich mich eigentlich nur noch aufregen. Van hat nämlich, seit er der Prinzessin verfallen ist, nur noch ihr Wohlergehen im Kopf. Und das nicht auf die Edward-Tour, sondern noch schlimmer. Ständig fragt er sie, wie sie sich fühlt oder will sie zu irgendwas zwingen, weil es ihr ja sicher schlecht geht und hier und da. Dieses ständige "Prinzessin, euch geht es bestimmt sooooooooo schlecht, ihr müsst ins Bett" hat mich manchmal sehr genervt und irgendwie kam es mir manchmal schon sehr lächerlich vor.
Neben diesem Geschichts-Strang, der sich eben um die Beziehung der beiden dreht, bei dem allerdings sehr schnell klar wird, auf was es hinaus läuft und der sich auch erst mal schön an Schema F des Romantasy-Genres hält, gibt es zu Beginn noch einen weiteren Strang. Dieser dreht sich darum, dass sich die Prinzessin jeden zweiten Tag zum Heiler begeben muss, weil sie von irgendwelchen Menschen entführt, ermordet oder vergewaltigt werden sollte, doch sie kann sich Gott sei Dank immer zu Wehr setzen, auch wenn sie sich ständig dabei verletzt (was dann wieder das Stichwort für den Ritter Van ist, wie ihr seht, ein ewiger Kreislauf...).
Nichts desto trotz fand ich die Geschichte um Van und Gianna eigentlich ganz süß, vor allem, als sie irgendwann über das "Du bist doch verletzt"-Stadium herauskommt und etwas tiefer geht. Denn hier haben endlich mal eine Geschichte, bei der sich die Gefühle der Protagonisten entwickeln können und deren Gefühlen auch einfach mal Zeit gelassen wird. Endlich mal eine Liebesbeziehung, die mich überzeugen konnte.
Auch wird die Geschichte irgendwann besser, da unser Liebespaar mit einigen Problemen konfrontiert wurde. Zwar habe ich mit diesen Problemen irgendwie gerechnet und es sind eher Probleme, die sich aus ihrer Beziehung heraus entwickeln, aber doch wurde es noch recht spannend und ich wollte schließlich doch mal wissen, wie es weiter geht.
Allein das Ende war mir dann doch wieder zu seicht und hat sich noch mal ganz schön gezogen. Selbst die Auflösung, wer die Prinzessin nun umbringen will, war irgendwie langweilig und wirkt eher nach "halt da war ja was" und nicht von Anfang an geplant.
Und netterweise endet das Buch mit einem Cliffhanger, der echt ziemlich gemein ist und im letzten Satz einfach mal so herausgelassen wird, als man gerade denkt "Gott sei dank, wenigstens ein Happy End".

Fazit

Ein typisches Jugendbuch verpackt in ein Mittelalter-Szenario. Definitiv steht hier die Liebesgeschichte im Vordergrund und unser junges Glück wird mit einigen typischen Problemen konfrontiert.
Für mich war es eher eine Enttäuschung als ein neues Highlight, auch wenn wenn das Buch im großen und ganzen in Ordnung war, ich hatte einfach nur ganz andere Erwartungen und war dann dementsprechend enttäuscht.
Jeder, der gerne Jugenbücher mit schöner Liebesgeschichte, allerlei typischen Problemen und einem fantasy-touch liest, darf gerne zugreifen, Diejenigen, die lieber High-Fantasybücher lesen alla "die Beschenkte", "der Kuss des Kjers" oder auch "Eragon", sollten die Finger davon lassen, denn das Buch ist so weit von einem High-Fantasy-Roman entfernt, wie Twilight von Eragon. 
Ob ich mir den nächsten Teil kaufen werde, wage ich zu bezweifeln, doch sehr vielleicht gebe ich der Autorin eine weitere Chance, immerhin weiß ich jetzt, was mich erwartet.

Stil (3/5)
Charaktere (4/5)
Humor (2/5)
Gefühl (4/5)
Spannung (2/5)

2,5 von 5 Dreamcatchers

Kommentare:

  1. Ach hier ist sie ja, die Rezi zum gutriechenden Ritter in Rüstung. Herrlich! Ich musste so grinsen beim Lesen deiner Rezi. Das ist dann wohl auch nicht nach meinem Geschmack. Da würde mich die etwas positivere Wendung dann wohl auch nicht mehr drüber hinwegtrösten. Danke für die unterhaltsame Rezi!

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Genau, der gute, alte gutriechende Ritter spielt hier die Hauptrolle :D
      Nee, dir würds ich auch wirklich nicht empfehlen, außer du willst dich die ganze Zeit aufregen beim lesen ;)
      Bitte, bitte, schön wenns gefällt :)

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  2. Uh.... schlimmer als Edward. Na, da hab ich mir ja was Schönes eingebrockt..
    Aber gut, ich bin durch deine Rezension jetzt vorbereitet, dass alles nicht wirklich stimmig ist, vielleicht ist der Schock dann nicht ganz so groß...
    Wobei, wenn ich gewusst hätte, dass das auch nur wieder son Liebesschnulzenkram ist, hätte ich vielleicht die Finger von gelassen. Aber mal schauen :)
    Ich werde dann berichten :D
    Liebe Grüße,
    Lyrica

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