28 August 2012

[Rezension] Jasmyn - Alex Bell

1 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Jasmyn
Autor: Alex Bell
Verlag: Rowohlt-Polaris
Preis (Taschenbuch): 9,99 Euro
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: Februar 2011
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Klapptext

Und vom Himmel fielen schwarze Schwäne. Als ihr Ehemann Liam stirbt, zerbricht für Jasmyn eine Welt. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit. Unheimliche Dinge geschehen: Bei der Beerdigung fallen aus den Wolken fünf schwarze Schwäne auf das Grab. Liams Eltern meiden Jasmyn plötzlich, ein Fremder bricht in ihr Haus ein, ohne etwas zu stehlen. Jasmyn beginnt, sich zu fragen, wie gut sie ihren Mann kannte. Und was er vor ihr verborgen hat. Die Suche nach Antworten führt sie in eine Welt dunkler Magie, alter Legenden und mitten in einen erbitterten Kampf zweier Brüder


Auf den Punkt

Eine sehr verzauberte Geschichte


Rezension 


Bernhard Hennen, Alex Flinn und viele weitere haben sich schon an den alten Märchen der Brüder Grimm und den anderen großen Märchenautoren vergriffen und diese neu interpretiert und nun taucht eine weitere Autorin auf, die sich von einem alten Märchen inspirieren lässt, jedoch ihre eigene Geschichte daraus entwirft. Doch lesen wir hier nur einen Abklatsch von anderen Autoren oder kann Alex Bell mit ihrer Geschichte selbst überzeugen? Meiner Meinung nach schaffst sie dies wirklich gut.

Die Geschichte beginnt, nicht damit, dass man Jasmyn und ihren Ehemann kennenlernt, sondern direkt mit der Beerdigung. Jasmyn weiß kaum, wie sie diesen schweren Tag überstehen soll und wäre am liebsten in ihre Trauer versunken, dochsie versucht zumindest noch an diesem Tag stark zu sein.
Sie ist so in ihrer Trauer vertieft, dass die toten Schwäne, die vom Himmel fallen, als man den Sarg gerade in die Erde herabsinken lassen möchte, gar keiner Beachtung schenkt.

Dann macht das Buch einen Schnitt und die Geschichte geht drei Monate später weiter, als Jasmyn langsam beginnt mit ihrer Trauer zu leben. Immer wieder gibt es Rückblenden auf das Leben mit ihrem Mann, wie er gestorben ist, wie sich kennen gelernt haben und auch wie sie mit ihrer Trauer zurecht kommt, doch immer nur dann, wenn sie jemand oder etwas daran erinnert. Daher wirken diese Rückblenden ganz natürlich und passen sich wunderbar an den Lesefluss an und der Leser lernt nach und nach Jasmyn und ihr Umfeld besser kennen.
Jasmyn ist eine äußerst sympathische Hauptfigur, mit der ich mich sehr identifizieren kann. Sie ist zwar eine starke Frau, die sich nicht leicht von jemand herumkommandieren lässt, doch sie hatte auch ihre schwachen Momente und das genau an den richtigen Stellen.
Schließlich beginnt das Buch mysteriös, wenn nicht sogar ein wenig gruselig zu werden. Jasmyn fühlt sich verfolgt und beobachtet, jemand bricht bei ihr ein und sie ist sich sicher, dass ihre Hochzeitsfotos plötzlich anders aussehen. Die Aufregung, die Jasmyn deswegen fühlt, übertragen sich auf den Leser und man brennt einfach nur vor Neugier, zu wissen,was da nun los ist.
Daraufhin taucht Ben auf, Liams gehasster Bruder und behauptet er könnte ihr weiterhelfen. Sie trifft sich mit ihm und er eröffnet ihr, dass Liam Geheimnisse vor ihr hatte. Natürlich glaubt sie ihm nicht, doch Ben nimmt sie mit nach Deutschland zum Schloss Neuschwanstein und nach und nach entdeckt Jasmyn dass Liam tatsächlich nicht ehrlich zu ihr gewesen war, während um sie herum immer mehr unglaubliche und magische Dinge geschehen. Doch auch Ben verrät ihr nie mehr als er unbedingt muss und immer wieder kann sie Lügen von ihm aufdecken.
Aus diesem Grund hat mich Ben irgendwie fasziniert. Ich mag es ja, wenn Charaktere Geheimnisse haben und undurchschaubar wirken und aus ihm wurde man eigentlich gar nicht schlau, da er einfach überhaupt nichts von sich Preis gibt.
Zur Mitte hin flacht das Buch nun wieder etwas ab. Die Handlung an sich verliert ziemlich an Spannung, doch da Bens Verhalten und Liams augenscheinliches zweites Leben ständig neue Rätsel aufwirft, muss man einfach weiter lesen.
Für mich gab es in diesem Buch einige überraschende Wendungen, auch wenn ich ein Teil des großen Geheimnis schon vorher richtig vermutet hatte. Klar gibt es noch ein schön dramatisches Finale mit einer gehörigen Portion Action, doch schließlich klingt das Buch versöhnlich aus und lässt mich völlig zufrieden zurück.


Fazit

Auch wenn wir hier mal wieder eine Art modernes Märchen haben, welches sich dieses Mal mit König Ludwig und dem Schwanensee beschäftigt, schafft die Autorin doch eigene Elemente einzubauen und mich immer wieder überraschen. Nach Beendigung des Buches kann ich sagen, dass diese Geschichte für mich neu war und mich deswegen wunderbar unterhalten hat, auch wenn sie leider ab der Mitte von der anfänglichen Spannung doch etwas einebuhst. Jeder, der gerne märchenhafte, verzauberte Geschichte liest, darf dieses Buch gerne kaufen, diejenigen, die mit Magie nichts am Hut haben, sollten wirklich die Finger davon lassen.

Stil (4/5)
Charaktere (4/5)
Humor (2/5)
Gefühl (3/5)
Spannung (3/5)

4 von 5 Dreamcatchers

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars

1 Kommentar:

  1. Von der Autorin und dem Buch habe ich bis jetzt noch gar nichts gehört. Klingt aber echt spannend, muss ich mir merken ;)

    Und zu Kissed: finde ich toll, dass es dir ähnlich ging :) und das deutsche cover ist wirklich deutlich schöner als das amerikanische, auch wenn ich vom deutschen nicht zu hundert prozent überzeugt bin...

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