04 September 2012

[eBook-Rezension] Seelensplitter: Marionette des Schicksals - Michelle Günter

0 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Marionette des Schicksals
Reihe: Seelensplitter
Autor: Michelle Günter
Preis (Taschenbuch): 3,10 Euro
Seiten: 275
Erscheinungsdatum: April 2012
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Klapptext

In einer Zeit, in der die Menschheit nur einen Wimpernschlag von der ewigen Verdammnis entfernt steht, muss auch Melica einsehen, dass sie nicht davonlaufen kann. Zusammen mit ihrem Onkel, ihrem Gefährten und der nervigen Angewohnheit, jeden, der ihr auf die Nerven fällt, in Flammen aufgehen zu lassen, stellt sich Melica ihrer Zukunft. Nun, sie versucht es zumindest. Manchmal.

Einblicke

Klebrig wie flüssiger Honig, kalt wie Eis, schneidend wie sein scharfer Dolch. Zane kannte viele Tonfälle. Und Malica hasste jeden davon.


Auf den Punkt

Schöne Geschichte, aber grausiger Schreibstil


Rezension 


Nach Teil 1, den ich eigentlich im großen und ganzen gut fand, musste Teil 2 ganz schnell her. Ich hatte wirklich große Erwartungen an dieses Buch und die Hoffnung, die Autorin hat sich weiter entwickelt und an ihrem Schreibstil gearbeitet... Ähm ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Die Bewertung des Buches ist wirklich verdammt schwierig. Ich mag die Geschichte sehr gerne. Sie ist neu, unterhaltsam und stellenweise auch spannend. Man taucht in eine neue entworfene Welt ein und lebt mit der Hauptperson an einem versteckten Ort unter Dämonen. Manche von ihnen sind böse, andere gut und wieder andere irgendwie geheimnisvoll und ständig lernt man irgendetwas neues dazu.

Allerdings hat mich der Schreibstil verrückt gemacht. Manchmal war er wirklich gut (wie ihr oben an dem Zitat sehen könnt) aber es gab Stellen, da hätte ich am liebsten das Buch abgebrochen und hier ordentlich verrissen, weil es einfach so schlecht geschrieben war.
Ich weiß, das klingt gemein, ich habe jedoch wirklich nicht das Gefühl, dass die Autorin sich in irgendeiner Weise verbessert hätte, sondern stilmäßig eher schlechter geworden ist. Die Metaphern sind einfach nur grausig. Im ersten Band gab es eher wenige von ihnen, doch nun wimmelt es nur von schrecklichen Metaphern, die, wie ich immer noch vermute, lustig sein soll, ich finde sie allerdings einfach nur seltsam. Dazu gibt es dann diese ständigen Wiederholungen von Wörtern oder Phrasen und irgendwer schaut eigentlich immer entsetzt oder fassunglos, da kann man sich sicher sein.
Natürlich möchte ich euch ein paar Beispiele nicht vorenthalten:

Aufgrund des nüchternen Tonfalls fiel Melicas Kinnlade in einer Geschwindigkeit herab, die jedes Rennauto vor Neid erblassen lassen würde.

Das Grinsen fiel aus ihrem Gesicht und knallte auf den Boden.

Die starrte sie immer noch an, als hätte Melica ihr gerade erklärt, sie wäre 15 Meter groß und würde am liebsten Sumoringerin werden.
 
Auch Melica geht mir in diesem Teil gehörig auf die Nerven. In ersten Teil tappt man mit ihr zusammen im Dunkeln und kann sehr gut nachvollziehen, wie sie sich verhält. In diesem Teil geben ihr nun alle bereitwillig die Informationen, die sie haben möchte. Leider ist sie entweder sehr begriffsstutzig und versteht nicht, was die Leute ihr sagen wollen (obwohl sie, wie im ersten Teil erklärt wird, hochbegabt ist) oder aber sie glaubt ihnen nicht (und da können die Leute machen was sie wollen) und wenn sie ihnen dann endlich glaubt, wird sie vor Schreck erst mal ohnmächtig.
Ihr kennt doch Harry Potter, oder? Harry wird im ersten Band ja auch mit allerlei neuem konfrontiert. Stellen wir uns mal vor, Harry kommt nach Hogwarts und bekommt nun allerhand über das Schloss erklärt. Würden wir Klein-Harry immer noch mögen, wenn er entweder mit jedem Streit anfängt, der ihm etwas erklären will, weil er ihm eh nicht glaubt auch wenn ihm alle Schüler des Schlosses bestätigen können, dass es die Wahrheit ist oder wenn er denn herausfindet es stimmt, was alle sagen, erst mal in Ohnmacht fällt? Ich denke eher nicht.

Die anderen Charaktere haben sich wenig geändert und bleiben eher sympathisch-oberflächlich, was aber okay ist. Einzigen Charakter, den ich interessant finde und der wirklich noch sehr viel Potential besitzt, aus dem man aber auch in diesem Buch schon mehr herausholen hätte können, ist Zane, der Böse, der vermutlich einen guten Kern besitzt. Gerade diese Charaktere finde ich faszinierend und hoffe, dass die Autorin da noch etwas draus macht.

Fazit

Beim Lesen des Buches hat man eher das Gefühl eine mittelgute FF zu lesen, als etwas, dass sich eigentlich als Roman verkaufen möchte. Wäre es eine FF, hätte ich der Autorin einen begeisterten Kommentar geschrieben mit dem Tipp vielleicht ein bisschen an ihrem Schreibstil zu arbeiten. Da es aber leider ein Buch ist, für das man sogar Geld bezahlt, hält sich meine Begeisterung irgendwie in Grenzen. ich weiß nicht, ob Teil 1 eigentlich ähnlich schlecht war, ich allerdings beim Lesen einen guten Tag hatte, ob ich zu viel von diesem Teil erwartet habe oder ob das Buch wirklich schlechter ist, als der erste Teil, aber mir hat es nicht gefallen. Die Geschichte ist gut und es würde mich schon interessieren, wie es weiter geht, allerdings sind Schreibstil und und der Hauptcharakter so schlecht, dass ich das Buch nicht gutem Gewissens weiter empfehlen kann. Kaufen sollten es sich nur diejenigen, die den ersten Teil wirklich genial fanden und gar nichts daran auszusetzen hatten, für alle, die schon bei Teil 1 ein bisschen skeptisch waren, erwartet bitte nicht viel von diesem Buch.

Stil (1/5)
Charaktere (2/5)
Humor (3/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (3/5)


 2 von 5 Dreamcatchers

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