29 Dezember 2012

[Rezension] Des Teufels Maskerade - Victoria Schlederer

0 DREAMS left | leave a DREAM
 Titel: Des Teufels Maskerade
Autor: Victoria Schlederer
Verlag: Heyne
Preis (broschierte Ausgabe): 9,99 Euro
Seiten: 544
ISBN: 978-3453528895
Erscheinungsdatum: Juli 2012


Klapptext
Prag in den letzten Tagen der k.-u.-k-Monarchie: Baron Dejan Sirco, Hauptmann außer Dienst und der beste Ermittler in okkulten Angelegenheiten, den das Kaiserreich je gesehen hat, muss seinen bisher brisantesten Fall lösen. Es gilt, einen Fluch zu brechen, in dessen Bann ein altes Adelsgeschlecht seit Jahrhunderten steht. Im Zuge seiner Ermittlungen stößt Dejan auf ein Netz von Intrigen und dunklen Geheimnissen, die, sollten sie je ans Tageslicht kommen, die Welt in ihren Grundfesten erschüttern würden ..


Rezension 

Der Klapptext klingt spannend und lässt auf ein ausergewöhnlichen Krimi mit Fantasy-Elementen hoffen, doch wird das Buch diesen Erwartungen auch gerecht oder ist mal wieder alles anders, als der Klapptext uns weis machen will?

Nach dem Lesen bin ich mal wieder zwiegespalten. Anfang und Ende haben mir sehr gefallen, doch der Mittelteil war leider nicht sehr gut.

Zu Beginn war ich wirklich sehr begeistert von diesem Buch. Dejan, unsere Hauptfigur hat seine Ecken und Kanten und eine sehr ominöse Vergangenheit, die er gerne verdrängt. Er arbeitet für das Kaiser- und Königreich Österreich in Fällen mit übernatürlichen Wesen (von Drachen zum Vampir ist da alles dabei). Sein Partner ist niemand anderes als ein Baron, der vor hunderten Jahren gestorben und von einem Zauberer in den Körper eines Otters verfrachtet wurde. Dazu haben die beiden noch einen jungen Mann als Assitenten.

Unser Dreigespann war mir von Anfang an sehr sympathisch. Mit einigem Witz und Humor begleiten sie uns durch die Geschichte. Auch der Schreibstil hat mich wirklich überzeugt. Die Autorin ist der deutschen Sprache wirklich mächtig und schreibt auf einem sehr anspruchsvollem Niveau. Die Figuren sprechen und denken authentisch im Stile des frühen 20. Jahrhunderts.

Direkt zu Beginn bekommen unsere drei den Auftrag von Felix, Graf von Trubic, einem alten Bekannten von Dejan, auf dem ein alter Familienfluch zu liegen scheint. Bis zum 9. Juli müssen sie das Rätsel lösen, sonst wird der Graf getötet. Felix und Dejan verbinden eine gemeinsame Geschichte, doch Dejan versucht diese zu verdrängen, was natürlich sofort die Neugier des Lesers weckt.
Die ersten hundert Seiten war ich wirklich überzeugt, dies wird mein neues Lieblingsbuch.

Leider kam dann der laaaaaaaaaange Mittelteil. Denn natürlich dachte ich, wenn die Herren so einen Zeitdruck haben (nur ca. einen Monat hatten sie Zeit das Rätsel zu lösen) wird das Buch sehr spannend und abenteuerlich, aber leider passiert nicht viel. Generell hat Dejan sich bei allem wirklich viel Zeit gelassen. Nicht einmal wurde er nervös, das der 9. Juli immer näher rückt, nein er hatte sogar Zeit noch nebenbei Autorennen zu fahren und einem mysterösen Fuchs hinterher zu rennen, bei dem man langezeit nicht mal wusste, warum der eigentlich so wichtig sein sollte. Wenn dann mal etwas passiert, war man als Leser selten live dabei. Entweder bekam man es erzählt oder man bekam einen Brief darüber zu lesen.
Ich war wirklich irgendwann kurz davor das Buch abzubrechen. Tatsächlich habe ich erst einmal die Elenium-Trilogie eingeschoben, weil ich erst einmal genug von diesem Buch hatte.

Irgendwann habe ich mich dann aufgerafft und zum Glück wurde das Ende dann noch mal besser. Schließlich setzte sich langsam das Puzzle zusammen und unsere Helden finden heraus, wer hinter dem Fluch steckt und versuchen ihr möglichstes um ihn zu lösen. Dazu gibt es dann ein kleines Finale und ein versöhnliches, recht amüsantes Ende.

Fazit
Anfang und Ende des Buches haben mich überzeugt, genau wie Schreibstil und Charaktere. Hätte das Buch nicht einen dermaßen langweiligen Mittelteil, es wäre wirklich mein neues Lieblingsbuch geworden. Lesen dürfen es alle, die gerne mal eine Mischung aus Fantasy, historischem Roman und Krimi lesen wollen und die nichts gegen einen anspruchsvollen Schreibstil haben. Vielleicht finden sie den mittleren Teil auch gar nicht so schlimm wie ich. Wer lieber seichte Unterhaltung in einfachster Sprache liest, sollte sich ein anderes Buch suchen.

Stil (5/5)
Charaktere (5/5)
Humor (3/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (2/5)
  
3 von 5 Dreamcatchers

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