04 Februar 2013

[Rezension] Rockoholic - C.J. Skuse

3 DREAMS left | leave a DREAM
  Titel: Rockoholic
Autor: C. J. Skuse
Verlag:Carlsen-Verlag
Preis (gebundene Ausgabe): 16,95 Euro
Seiten: 448
ISBN:  978-3-551-52040-1
Erscheinungsdatum: 01.02.2013


Klapptext

Kreisch! Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 14 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Allerdings ist Jody nicht die Einzige und in dem ganzen Gedränge und Geschubse kippt sie einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer - man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff.


Rezension 

Bevor man das Buch liest, denkt man, man weiß genau was kommt. Hat nicht jeder schon mal einen dieser Teenie filme gesehen, der sich um eine solche oder ähnliche Geschichte dreht?

Doch dieses Buch hat meine Erwartung gleichzeitig über- und auch untertroffen. Jetzt fragt ihr euch sicher, wie geht das denn? Ein Buch ist doch entweder gut oder schlecht, aber nicht gleichzeitig gut und schlecht.

Ich will es euch erklären: Das Buch hat meine Erwartungen tatsächlich übertroffen. Das Buch fängt genau so an, wie man es erwartet. Jody geht auf das Konzert ihrer Lieblingsband und sie ist sich sicher, sie liebt den Sänger der Gruppe. Sie weiß, dass sie nur für ihn lebt - Ja, sie ist DER Fan. Sie ist diese Art Fan, die ich noch nie verstehen konnte. Klar, man kann bei einem hübschen Sänger sicher ins schwärmen kommen, aber so ein Drama um einen Typen zu machen, den man nicht man kennt (und am besten auch  noch ohnmächtig werden, wenn man dann vor ihm steht^^) hab ich nie verstanden.

Sie steht sich also 12 Stunden die Beine in den Bauch um zu diesem Konzert zu kommen und als sie dann endlich vor ihrem Sänger steht, muss sie in den Erste-Hilfe-Raum. Ihr Glück, dass die Band nach dem Konzert nach den "Verletzten" schaut.
Durch eine Verkettung ungünstiger (oder günstiger^^) Umstände, schafft Jody es den Sänger Jackson zu entführen und verfrachtet ihn in ihre Garage. Als ihr endlich klar wird, was sie getan hat, hat sie jedoch ein Problem - Jackson möchte nicht mehr gehen.

Und nun beginnt das Buch sich von den allbekannten Teeniefilmen zu unterscheiden. Denn anstatt jetzt eine Liebesschnulze daraus zu machen, bei der man ganz genau weiß, wie sie ausgeht, setzt die Autorin darauf, die Probleme, die das Prominent-sein mit sich bringt, zu beleuchten und hofft vielleicht auch den Leser dadurch nachdenklich zu stimmen.

Das funktioniert vor allem deswegen so gut, da Jody und Jackson zwei wirklich tolle und realistisch entworfene Protagonisten sind. Jody ist zu Beginn der typische Fan, doch nachdem sie immer mehr von Jackson erfährt, beginnt sie ihr Verhalten zu überdenken. Da sie zusätzlich auch noch ein sehr verrücktes Huhn ist, wird die Geschichte dank ihr aber trotzdem nicht langweilig.
Jackson ist in seiner Rolle als Superstar sehr überzeugend, vor allem, nachdem man hinter seine hart erarbeitete Fassade blicken kann. Ich wette, es gibt einige Superstars, die in Wahrheit genau so denken und sich benehmen, wie Jackson, doch an die Öffentlichkeit dringt davon natürlich nichts. 

Ich denke gerade für die echten Fans ist dies ein Buch, was einem aufrüttelt und sich fragen lässt, ob Prominente nicht doch etwas mehr Privatsphäre haben dürfen.

Alles in allem war ich also sehr begeistert beim Lesen des Buches, doch manchmal gab es Situationen, die mich so gar nicht überzeugt haben. Situation, die sehr unrealistisch waren und ich mir sicher war, dass sie so in der Realität niemals umsetzbar sind.  Andere Situationen sind einfach viel zu einfach gelöst. Da verbringt Jody z.b. plötzlich sehr viel Zeit in der Garage und ihre Mutter und ihre Schwester schauen nicht ein Mal nach, was sie da treibt. Das kenne ich von meinen Eltern aber anders.

Man muss sich wirklich auf diese Geschichte einlassen und einfach hinnehmen, dass manche Dinge in der Realität so nicht funktionieren würden. Wenn man das allerdings akzeptiert hat, hat man ein wunderschönes, tiefgründiges Buch vor sich, bei dem man sich von der Handlung überraschen lassen kann und das ein schönes, etwas offenes Ende parat hat.

Fazit

Eine super gelungene Geschichte, die zwar zu Beginn wie eine typische Teenie-Geschichte daherkommt, in wirklichkeit aber sehr viel mehr ist als das. Lesen dürfen das Buch alle, die gerne Jugendbücher lesen und sich auf eine teilweise etwas unrealistisches Szenario einlassen können. Wer Jugendbücher so gar nicht mag, kann sich trotzdem überlegen, das Buch zu lesen, es lohnt sich ;)

Stil (5/5)
Charaktere (5/5)
Humor (3/5)
Gefühl (4/5)
Spannung (4/5)
 4 von 5 Dreamcatchers 

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars :)

Kommentare:

  1. Schön zusammengefasst! Am Anfang deiner Rezi musste ich stark grinsen - diese ohnmächtig werdenden Fans habe ich auch nie wirklich verstanden. Aber anhand von Jody kommt das schon echt gut rüber. Und ja, das mit der Schwester, Mutter und der Entführung sowieso war schon etwas relitätsfern. Trotzdem fühlte ich mich wunderbar unterhalten und war irgendwie auch froh und gleichzeitig enttäuscht, dass es nicht die erwartete Teenieromanze wurde. Dafür war Mac mein Held. Ich musste anfangs - vor dem Konzert - schon stark über ihn schmunzeln. Einfach nur genial der Typ! :)

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Ja, ich fand die Geschichte auch toll. Ist auch ein Talent eine unlogische Geschichte so zu erzählen, dass man sie total gut finden :) Ahhh, ich hab Mac vergesse. Stimmt, der is einfach nur toll. Obwohl ich mir schnell dachte, dass vielleicht nicht alles so stimmt, was jane über ihn denkt^^

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  2. Tolle Rezi! *-*
    Mir hat es ebenfalls gut gefallen! :)

    Mit deiner Meinung zu Linna hast du mich ganz neugierig gemacht. Schade, dass die Spannung bald nachlassen wird, aber trotzdem interessiert mich sehr, wer hinter allem steckt ;D

    LG, Fina

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