23 Februar 2013

[Rezension] Skinned - Robin Wasserman

2 DREAMS left | leave a DREAM

Klapptext
Lia Kahn ist reich, schön und beliebt – bis ein Unfall sie beinahe tötet. Im Krankenhaus wacht sie in einem perfekten, künstlichen Körper auf. Lia wird nie wieder Schmerz empfinden, sie wird nicht altern und nicht sterben. Doch der Preis dafür ist hoch: Ihre Freunde misstrauen ihr, ihr Freund betrügt sie und alles, was ihr wichtig war, wandelt sich in einen Albtraum.
Hin- und hergerissen zwischen dem Leben, das sie einmal kannte, und einer neuen, aufregenden Existenz, lernt Lia bald die bitterste Lektion: Niemand kann ihr die Entscheidung abnehmen, die sie treffen muss, um ihre Liebsten zu schützen.

Titel: Skinned; Autor: Robin Wasserman; Verlag: Script5; Preis (gebundene Ausgabe): 16,90 Euro; Seiten: 376; ISBN: 978-3-8390-0106-6; Erscheinungsdatum: Januar 2010; 



Ich war gespannt auf dieses Buch. Es klang nach einer Dystopie, die nicht nach Schema F verläuft (böse Regierung unterdrückt Menschen und Hauptperson ist irgendwie an der Rebellion beteiligt und natürlich auch noch verliebt). Deswegen setzte ich große Hoffnungen in das Buch und wurde nicht enttäuscht.

Das Buch spielt in einer sehr realistischen Zukunft. Die Autorin hat einige Punkte dort verarbeitet, die auch schon heute diskutiert werden. Eltern wählen die Gene ihrer Kinder aus und erschaffen sich so ihr perfektes Wunschkind. Wer dies nicht tut, gilt als seltsam oder extrem konservativ. Außerdem findet das Leben größtenteils im Internet statt und man ist eigentlich dauerhaft vernetzt.

Es gibt keinen langen Einstieg in die Geschichte. Wir lernen nicht erst Lia und ihr Leben kennen, erleben den Unfall nicht mit, sondern wachen mit ihr zusammen im Krankenhaus auf, als sie feststellt, dass sie lebt und gleichzeitig tot ist.

Vor ihrem Unfall war Lia ein Mädchen, mit dem ich nicht klar gekommen wäre. Sie ist eine dieser Highschool-Queens. Was sie an hat, ist in, wer sich mit ihr sehen lässt, ist cool und sie wird augenscheinlich von allen geliebt.
Ich finde solche Mädchen immer unausstehlich und irgendwie kann ich das ganze Gehabe auch nicht nachvollziehen, in Deutschland (oder zumindest auf meiner Schule), ist es ja doch noch ein bisschen anders.

Nachdem Lia erwachst ist, eiern ihre Eltern und die Ärzte eine Weile drum herum und wollen ihr nicht erzählen, was passiert ist, doch schließlich bekommt sie einen Spiegel und blickt in das Gesicht einer völlig Fremden. Sie hat nun eine Maschine als Körper, auch wenn all ihre Gedanken, Gefühle - ihr Charakter auf die Maschine übertragen wurde. Natürlich kann man sich vorstellen, dass weder Lia noch ihr Umfeld damit gut zurecht kommen. Sie sieht anders aus, ist kein wirkliches Lebewesen und behauptet doch die alte Lia zu sein. Kann man durchaus nachvollziehen, dass es allen seltsam vorkommt.

Als Lia irgendwann das Krankenhaus verlassen darf, muss sie feststellen, dass sich alle von ihr abwenden und plötzlich gehört sie nicht mehr zu den angesagtesten der Schule, sondern wird gemieden und angestarrt.
Doch nicht nur deswegen wird Lia immer unglücklicher. Ihr neuer Körper ist eben doch nur eine Maschine und viele Dinge fühlen sich plötzlich anders an und nicht mehr so intensiv.
Dadurch verändert sich Lia nach und nach und verliert dieses Tussi-hafte recht schnell, weswegen sie mir sehr sympathisch wird.

Ich fand die Zukunft, die die Autorin erschaffen hat total faszinierend, allerdings hat sie manchmal etwas überfordert. Lia versucht dem Leser zu erklären, was man tolles im Internet machen, wie dieses oder jenes Gerät funktioniert, doch so ganz bin ich nie durchgestiegen. Kennt ihr das, wenn ihr eurer Oma so was wie facebook erklären wollt und die versteht es irgendwie nicht? Beim Lesen des Buches habe ich mich gefühlt wie meine Oma (Oma, ich werd von nun noch geduldiger sein, versprochen ;)).
Es stört nicht so sehr, dass man all die technischen Details nicht ganz so versteht, es wirkte auf mich eher noch realistischer. Eben genau so, wie wenn wir einem unwissendem, etwas erklären müssen, was für uns total normal ist.

Die Geschichte nimmt seinen Lauf und Lia lernt Personen kennen, die sind wie sie, die auch eine Maschine als Körper haben, doch auch mit ihnen hat Lia ihre Probleme. Auch als Leser findet man sie irgendwie seltsam und man spürt, dass sich hinter ihnen eine recht dramatische Geschichte verstecken muss, die aber (noch) nicht aufgedeckt wird.

Ein wirkliches Finale hält das Buch nicht parat, auch wenn es gegen Ende doch noch mal dramatisch wird. Die Geschichte endet abgeschlossen, auch wenn man sich vorstellen kann, wie es in den nächsten Bänden weitergehen wird. Trotzdem kann man die Geschichte nach Teil 1 auf sich beruhen lassen, falls einem das Buch nicht gefällt.


Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist total anders wie normale Dystopien und die Zukunft in der sie spielt, hat mich sehr fasziniert. Die Stimmung im Buch ist durchweg eher niedergeschlagen, wenn nicht sogar kalt, aber total passend. Die Problematiken, die die Autorin anspricht, sind nicht aus der Luft gegriffen und man selbst überlegt mal wieder, wie weit darf oder sollte die Medizin gehen.
Dieses Buch sollten alle lesen, die gerne Dystopien lesen, die eher düster und kalt sind, dafür aber auch anders als die anderen. Für jemand, der gerne einen Rebellenkampf mit großer Liebe und viel Drama und Gefühlen sucht, sollte doch etwas anderes aussuchen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥
Humor: ♥♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥

Kommentare:

  1. Ich mochte "Skinned" damals auch sehr und muss jetzt erst mal Grübeln, wie es mir damals mit den technischen Details ging. Ich glaub, da hab ich mir gar keine Gedanken drum gemacht. Aber bei der Erklärung mit Facebook und der Oma musste ich wieder mal schumzeln. Ich bin dann mal gespannt, ob dir "Crashed" und "Wired" auch gefallen werden. Ich mochte die gesamte Trilogie sehr, bei anderen Lesern kamen die anderen beiden Bänder aber weniger gut weg. Ich bin gespannt, wie es da bei dir ausschaut ... irgendwann. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Ich bin auch gespannt, ob die mir noch gefallen, ich hab auch gehört, die wären nicht mehr soooo gut. Mal schauen :)

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