08 April 2013

[Rezension] Incarceron - Catherine Fisher

4 DREAMS left | leave a DREAM

Klapptext
Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ...

Titel: Fliehen heißt sterben; Reihe: Incarceron; Autor: Catherine Fisher; Seiten: 475; Verlag: Penhaligon; ISBN: 978-3-7645-3080-8; Preis (gebundene Ausgabe): 18,99 Euro; Erscheinungsdatum: 18. März 2013



Ah, ich hab mich vielleicht auf das Buch gefreut. Das Cover ist schon sooo schön, dass man das Buch unbedingt haben möchte und der Klapptext klingt wirklich vielversprechend. Irgendwie hatte ich auf etwas ähnliches wie "Die Auserwählten" gehofft und vielleicht auch ein bisschen auf eine Liebesgeschichte zwischen Finn und Claudia, wobei es auch keine Schnulze werden sollte. Nach dem ich das Buch gelesen habe, kann ich sagen, es war anders, aber trotzdem gut!

Im Buch wechselt die Perspektive zwischen Finn, einem Insassen von Incarceron, der Visionen von außerhalb hat und Claudia, die Tochter des Hüters, die mehr oder weniger gegen ihren Willen mit dem launischen Königssohn verheiratet werden soll.

Okay, einige werden jetzt stocken und sich wundern - Königssohn, in einer Dystopie? Sicher, dass Lena das richtige Buch gelesen hat?
Ja! Denn diese Zukunft ist so anders als jede Zukunftversion, die mir bis jetzt untergekommen ist. Anstatt in einer hochmodernen Welt zu leben, in der es seltsamen neumodischen Schnickschnack gibt, wurde in dieser Zukunft der Fortschritt verboten und man sollte wieder so wie im Mittelalter leben (auch wenn sich heimlich nicht alle daran halten). Und gerade die Mischung aus verbotenen Geräte der Zukunft und dem altbekannten Mittelalter hatte wirklich ihre Reize.

Um Claudia werden im Laufe der Geschichte immer mehr Intrigen gesponnen, während sie selbst verzweifelt versucht keine Schachfigur von jemanden zu werden, sondern eigenständig zu handeln. Man kann Claudias Teil der Geschichte fast mit einem historischen Roman gleichsetzen, in dem ein Mädchen am könglichen Hof für irgendwelche Zwecke benutzt werden soll.
Finns Geschichte ist eher wie eine abenteuerliche Reise in einem Fantasyroman. Incarceron birgt viele Geheimnise und Finn und die Leser müssen mehr als einmal staunen, welche Orte es zu entdecken gibt.

Während des Lesens wuchsen mir die beiden immer mehr ans Herz, zwei Protagonisten, die man wirklich gern hat. Die anderen Figuren blieben mir teilweise doch zu blass, manche Personen sich doch recht stereotyp. Wen ich trotzdem total interessant fand, war Keiro, Finns Eidbruder. Er ist eine Figur, bei der man nicht recht weiß, ob er böse oder gut ist, da er sich einfach nicht in die Karten schauen lässt und über ihn möchte unbedingt noch mehr wissen.

Durch die schon erwähnten Perspektivenwechsel bekommt das Buch noch mal eine zusätzliche Portion Spannung. Die Perspektive wird nämlich meist genau in dem Moment gewechselt, wenn man gerade unbedingt wissen will, wie es weiter geht und das sorgt dafür, dass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.
Dafür gibt es im großen und ganzen nicht so viel action und die Atmosphäre ist auch nicht so düster und vielleicht unheimlich, wie der Klapptext vermuten lässt. Das als so böse angepriesene Gefängnis (welches übrigens einen eigenen Willen hat) hätte für meinen Geschmack ruhig noch böser und bedrohlicher sein können.

Auch muss ich ehrlich sagen, bin ich auch nach dem Lesen noch nicht so ganz durchgestiegen, warum Incarceron gebaut und alle Neuerungen verboten wurden. Man bekommt es zwar im Ansatz erklärt, aber so ganz verstanden habe ich es nicht. Ich bin mir nicht sicher, ich glaube von Incarceron gibt es einen Fortsetzung und ich hoffe mal, dass man dort noch mehr herausfinden wird.

Das Ende hält dann noch ein paar überraschende Wendungen parat und es wird noch mal richtig spannend. Der Abschluss des Buches ist irgendwie offen. Man könnte es zwar so stehen lassen, aber ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung geben soll, weil sonst bin ich damit nicht zufrieden.

Was ich abschließend noch erwähnen möchte, sind zwei interessante philosophische Gedanken, die das Buch aufwirft. Zum einen, finde ich eine Zukunft ohne Fortschritt unvorstellbar. Was würde es für unsere Welt bedeutet, würde man den Fortschritt verbietet? Würden es die Menschen so hinnehmen?
Außerdem fragen sich die Charaktere in Incarceron, wie sie eigentlich sicher sein können, dass es ein "außerhalb" gibt. Woher weiß Claudia, dass sie nicht in einem riesigem Gefängnis lebt, und sie nur denkt, dass sie frei ist? Woher wissen wir, dass wir nicht in einem riesigen Gefängnis leben und es einfach nur mehrere Ebene gibt, wir aber nur diese hier kennen und deswegen denken wir wären frei? Denkt mal darüber nach ;D


Incarceron hat mir eigentlich gut gefallen. Das Buch ließ sich schnell lesen und war durch den Perspektivenwechsel an den richtigen Stellen sehr spannend. Wieder eine Dystopie mit einer spannenden Zukunft, die man so noch nicht kennt.
Ich hätte nur noch mehr Spannung und ein sehr viel böseres Gefängnis erwartet, für mich war Incarceron doch etwas zu handzahm.
Kaufen sollten es sich alle, die mal eine Dystopie lesen wollen, die etwas wie ein historischer Roman daherkommt und die auch ohne schnulzige Liebesgeschichte auskommen. Etwas anderes sollten sich diejenigen kaufen, die sich einen düsteren, gruseligen Roman erhoffen, denn das ist Incarceron dann doch nicht.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥
Humor: ♥♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥



Vielen dank an den Penhaligon-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars :)

Kommentare:

  1. Bei den Fragen kommt ja fast schon Matrixstimmung auf^^ Aber meiner Meinung nach ist der Fortschritt die Zukunft, wenn alle Neuerungen verboten sein würden würde das in gewissen Maße keine Zeitrechnung mehr zulassen. Ja, Jahre vergehen, aber woran würde man das sehen außer an Geburten und Toten? Und da schweife ich auch schon ab :)
    Das Buch ist eine Mischung aus Mittelalter und Dystopie? Das Buch muss ich haben!
    LG Anna

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    1. Ja, das Buch ist eine Mischung aus Mittelalter und Dystopie ;) Also kauf es dir :D

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  2. Endlich endlich endlich die erste Rezension zu diesem Buch! Ich will es auch unbedingt lesen, ich glaube das ist was für mich =)

    LG
    Anja

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    1. na dann hoff ich mal, es gefällt dir auch, wenn du es dir irgendwann kaufst :)

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