20 Oktober 2013

[Rezension] Totenbraut - Nina Blazon

1 DREAMS left | leave a DREAM

Klapptext
Serbien im Jahr 1731. Jasna muss einen Mann heiraten, den sie nicht liebt, den sie nicht einmal kennt. In der Fremde, weit weg von den geliebten Schwestern, erwartet sie ein trostloses Leben. Ihr neues Zuhause ist eine Burgruine am Rande eines Dorfes. Dessen Bewohner meiden Jasnas neue Familie. Als es zu einer Reihe von mysteriösen Todesfällen kommt, macht sich die junge Frau auf Spurensuche und stößt dabei auf einen uralten Fluch, der zahlreiche Menschenleben gekostet hat.

Titel: Totenbraut; Autor: Nina Blazon; Seiten: 432; Verlag: Ullstein ISBN: 9783548610528 ; Preis (Taschenbuch): 9,99 Euro; Erscheinungsdatum: Mai 2011


Dank Twilight dachte ich, ich würde nun einen weiteren kitschigen Vampirroman vor mir haben, der sich, obwohl er in der Vergangenheit spielt, nicht sonderlich von unserer gewohnten Welt unterscheidet. Doch was ich bekommen habe, war ein realistischen Bild der Vergangenheit, bei dem man bis zum Schluss nicht weiß, was real und was Aberglauben ist.

Das Buch beginnt damit, dass ein fremder Mann in die Herberge von Jasnas Vater kommt und sich für die sieben Töchter interressiert. Durch unglückliche Umstände wird ausgerechnet die vierzehnjährige Jasna ausgewählt, den Sohn des fremden Mannes zu heiraten. Sie hat schreckliche Angst, weiß aber dass sie sich dieser Entscheidung fügen muss.
Ihr Verlobter - kurze Zeit später ihr Ehemann macht ihr Angst und sie hat das Gefühl, dass merkwürdige in ihrem neuen Zuhause vor sich gehen. Auch wird sie von der Dorfgemeinschaft, da diese mit dieser, in ihren Augen, verfluchten Familie nichts zu tun haben wollen.

Die Autorin hat es geschafft, die Charaktere glaubwürdig auszuarbeiten und ihnen Leben einzuhauchen, auch wenn ich dank der vielen merkwürdigen Namen so oft durcheinander gekommen bin, wer eigentlich wer ist, und deswegen manchmal den Faden verloren habe.

Immer wieder fallen Jasna merkwürdige Dinge am Hof auf und da sie, wie alle anderen in diesem Buch, sehr abergläubisch ist, versucht sie mit verschiedenen Hilfsmitteln sich vor dem Bösen zu schützen.
Schnell weiß man als Leser selbst nicht mehr, was diesem typischen Mittelalter-Aberglaube entspringt und was tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht.

Die Stimmung wird immer duster und gruseliger und ständig bekommt man als Erklärung irgendwelche Halbwahrheiten präsentiert, die so aber dann doch nicht stimmen. 

Gleichzeitig gibt es zwischen all der bedrückten Stimmung auch etwas fürs Herz, obwohl sich diese Liebesgeschichte nicht in den Vordergrund drängt, sondern nur immer wieder für etwas Abwechslung sorgt.

Das Buch hat bis zum Ende noch einige überraschende Wendungen parat und nach einem hochdramatischen Finale klingt es freundlich und sanft aus. Obwohl es eine Auflösung am Ende gibt, sorgt die Autorin dafür, dass man die Geschichte auf zwei Arten lesen und für sich selbst entscheiden kann ob das Buch voll aberglaube oder voller mystischer, dunkler Geheimnissen steckt und dafür hat das Buch einen extra Pluspunkt verdient.



Ein wunderbares Buch, das realistisch die Zustände im damaligen Serbien präsentiert und das obwohl es wie ein Fantasybuch daher kommt. Neben guten Charakteren, überzeugten mich auch die düstere Atmosphäre und die spannenden Wendungen und eine schöne Liebesgeschichte, die sich nicht in den Vordergrund drängt.
Für mich das richtige Buch zur richtigen Zeit, an dem ich gar nichts auszusetzen habe.
Lesen dürfen dieses Buch alle, die auf düstere, historische Romane mit einem Hauch Mysterie und Fantasie stehen. Wer mit Fantasie wirklich GAR nichts anfangen kann, sollte sich doch ein anderes Buch kaufen.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥

1 Kommentar:

  1. *böse lach*,
    ich glaube du weißt wesswegen ich hier bin und was jetzt auf dich zukommt :D Und das dir die letzte so gut gefallen hat (hoffe ich jedenfalls :D)
    Fantasy-Lesenacht die Dritte - Lesen bis uns Flügel wachsen
    Hast du Lust? ;)

    PS: ich fand das Buch auch echt gut :)

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