31 August 2014

[Rezension] Das Schicksal ist ein mieser Verräte - John Green

2 DREAMS left | leave a DREAM


Inhalt
„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch.

Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter; Autor: John Green Seiten: 336 ; Verlag: dtv ISBN: 978-3-423-62583-8; Preis (Taschenbuch): 9,99 Euro; Erscheinungsdatum: Juli 2012



Schon viel habe ich von diesem Buch gehört und da alle so davon geschwärmt haben, waren meine Erwartungen mega hoch. Gleichzeitig war ich sehr gespannt, da ich in das Thema Krebskrankheit leider schon privat genauer Einblicke nehmen konnte (nicht persönlich, aber in der Familie) und deswegen eigentlich sehr genau weiß, wie so was abläuft. Gerade deswegen haben es Krebs- oder Krankheitsbücher bei mir besonders schwer, weil sie doch öfters sehr viel verschönigen oder aber dramatiseren.

Jetzt hab ich es also auch endlich gelesen und ich muss sagen, ich habe irgendwie etwas ganz anderes erwartet als ich bekommen habe. Ich rechnete mit mehr Kitsch, mehr Drama und weniger... Hazel ;) Zu Beginn wusste ich nicht, ob mir das gefällt. Es war irgendwie irritierend etwas ganz anderes zu bekommen, wie man erwartet, doch nach Beenden des Buches und nachdem ich Zeit hatte darüber nachzudenken, muss ich sagen ich mag es.

Das Buch beginnt nicht mit Hazels Erkrankung sondern ungefähr drei Jahre später. Hazel ist nicht gesund, aber ihr Zustand ist weitgehend stabil. Nur atmen kann sie nicht ohne Sauerstoffgerät. Ein mal in der Woche muss sie eine Selbsthilfegruppe besuchen. Dort lernt sie Gus kennen und nun ja... ihr könnt euch denken wie es weitergeht.

Ich muss sagen, ich liebe Hazel und ihr unverklärter Blick auf die Dinge. Poetisch und doch klar und ehrlich denkt sie über Dinge nach, über Leben, Tod, Gesundheit und Krankheit. Sie kann ernst und traurig aber auch lustig und schlagfertig sein. Und sie akzeptiert ihre Krankheit und macht das beste daraus, was mir besonders gefallen hat. Eine Figur, die die ganze Zeit depressiv und lustlos gewesen wäre, hätte dem Buch einiges wieder genommen.

Gus ist auch ein sehr toller Kerl, den ich ganz fest in mein Herz geschlossen habe. Nicht nur, weil er sehr sarkastisch ist und manchmal echt böse Sprüche bringt, nein er ist auch sehr ehrlich und auch irgendwie poetisch. Eine Sache hat mir jedoch an ihm nicht gefallen: Wieso muss es wieder ein perfekt aussehender Kerl sein? Ich hätte es noch akzeptiert, wenn Hazel ihn nur gutaussehend gefunden hätte, rosa Brille und so, aber nachdem ihre Freundin auch meinte, er wäre schon sehr sehr heiß, dachte ich mir, wieso? Müssen es immer nur perfekte Typen sein, in die sich die Mädchen (meist mit verzerrter Selbstwahrnehmung) verlieben? Ich hätte mir mehr gefreut, wenn auch Gus mal ein Hauptcharakter aus dem wahren Leben gewesen wäre.

Zur Geschichte kann ich nur sagen, dass sie sehr berührend, aber nicht kitschig ist. Sie stellt das Leben eines Krebspatienten relativ realistisch dar und versucht es nicht zu beschönigen. Trotz des ernsten Themas gibt es viele Szenen zum Schmunzeln und Lachen und sehr viel Tiefgang und Poetisches.
Die Liebesgeschichte zwischen Gus und Hazel hat mir auch sehr gut gefallen. Sie war zwar irgendwie typisch für ein Jugendbuch, aber trotzdem anders, sanfter und gleichzeitig viel tiefer. 

Vor dem Lesen des Buches hätte ich ja schwören können, ich weiß, wie es ausgeht, doch der Autor hat auch hier meine Erwartungen sozusagen nicht erfüllt, und es anders enden lassen, als ich gedacht hätte.


Alles in allem ein sehr gutes Buch mit einem ernsten Thema, Tiefgang, aber auch sanfte und lustige Töne. Hazel und Gus reihen sich nun zwischen meine anderen Lieblingsfiguren ein, da man die beiden einfach lieb haben muss.
Wer gerne tiefgründige Geschichten zu einem ernsten Thema lesen möchte, in denen es aber auch erheiternde Momente geben darf, sollte zugreifen.
Wer Schnulz oder sehr viel Drama sucht, muss sich ein anderes Buch suchen.(Vielleicht ja "Bevor ich sterbe" :P)

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥♥♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥

Kommentare:

  1. huhu:)
    Das Schicksal ist ein mieser Verräter habe ich schon mehrmals gelesen und vielen Punkten kann ich dir auch zustimmen. Ich würde nämlich schon sagen, dass Gus ein Hauptcharakter aus dem wahren Leben oder zumindest kein typischer Hauptcharakter in einem Jugendroman ist. Klar, Hazel findet ihn perfekt und auch ihre Freundin findet ihn heiß, was ja schon iwie typisch ist, aber der 'Rest' von Gus ist finde ich überhaupt icht typisch, sondern eher einzigartig. Also für mich sind typische , männliche Jungedbuchhauptcharaktere Typen die nicht nur gutaussehend sind, sondern auch immer etwas arrogant, geheimnisvoll und unnahbar wirken und das tut Gus ja wirklich nicht.
    Aber na ja, ich glaube das ist wieder so ne Art 'Geschmackssache'.
    Ich hab übrigens auch eine (Mini)Rezension zu 'Das Schicksal ist ein mieser Verräter' geschrieben, vlt. magst du dir die ja mal anschauen. Ich würd mich jedenfalls drüber freuen! :)
    Liebe Grüße Bekky von http://weareinfiniteee.blogspot.de/ ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ne, vom Charakter her mein ich ja gar nicht unbedingt. Es ging mir eher darum, dass das Buch da dann doch ein Klischee erfüllt. Ein (ehemalig) Krebskranker muss nicht perfekt aussehen und ich hätte einfach mal erfrischend gefunden, wenn sich die Hauptperson in einen Typ wie Isaac verliebt hätte oder so.

      Löschen