28 September 2014

[Rezension] Wild Cards, das Spiel der Spiele - GRR Martin u.a.

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Inhalt
Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.

Titel: Das Spiel der Spiele; Reihe: Wild Cards; Autor: GRR Martin u.a. Seiten: 544 ; Verlag: Penhaligon; ISBN: 978-3-7645-3127-0; Preis (Klappenbroschur): 15,00 Euro; Erscheinungsdatum: August 2014



Wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich wohl ungewöhnlich wählen. Nicht nur die Tatsache, dass das Buch von verschiedenen Autoren geschrieben wurde, sondern auch die Geschichte und die Aufmachung macht das Buch äußerst ungewöhnlich.

Die Geschichte dreht sich um verschiedene Asse und Joker, aus deren Perspektive die Story erzählt wird. Jede Hauptperson hat andere, einzigartige Fähigkeiten, die sie zu etwas besonderes machen. Jonathan kann sich in einen Schwarm Bienen verwandeln, Earth Witch kann die Erde bewegen und Drummer Boy ist ein menschliches Schlagzeug um nur mal ein paar der sehr kreative Superkräfte aufzuzählen. All diese außergewöhnlichen Persönlichkeiten treffen bei einer Art "Deutschland sucht den Superstar" zusammen um ihre Kräfte in verschiedenen inszenierten Duellen (geht ein bisschen in Richtung Arena von den Tributen von Panem, aber natürlich ohne echte Tote) zu messen. Dabei bekommen alle wichtigen Charaktere mindestens ein Kapitel gewidmet, in dem man ihre Vergangenheit, ihre Beweggründe für die Teilnahme und einen Ausschnitt aus den aktuellen Ereignissen bei der Fernsehshow gezeigt bekommt. Dieser Teil der Geschichte nimmt ungefähr zwei-drittel der Geschichte ein. Erst im letzten Drittel werden die Asse mit echten Gefahren konfrontiert und finden sich plötzlich mitten in einem Krieg in Ägypten wieder.

Ich muss sagen, der Einstieg und die Idee mit "American Hero" hat mir sehr gut gefallen. Jeder kennt Casting-Shows und irgendwie war diese Art des Castings mal etwas anderes. Da dieser Teil den größten Teil der Geschichte einnimmt, hätte ich mir doch ein etwas kritischeren Blick auf solche Formate gewünscht (zum Beispiel in dem man mal darauf hinweist, dass das Fernsehen Szenen so zurecht schneiden kann, dass alles anders dargestellt wird etc.), was aber leider nicht der Fall war. Der Teil in Ägypten empfand ich dafür als äußerst gelungen. Nicht nur, dass Ägypten/Syrien usw. tatsächlich in unseren heutigen Zeit nicht gerade friedliche Regionen sind, es steht bei dem Krieg dort der religiöse Fanatismus im Mittelpunkt, ein Thema was auch sehr aktuell ist. Trotz des sehr spannenden Teils hätten aber die Probleme und Ungerechtigkeiten, die dort im Buch verübt werden, gerne noch etwas genauer und dramatischer beleuchtet werden können.

Die Charaktere empfand ich dafür als sehr individuell und vielschichtig. Obwohl es wirklich eine menge Protagonisten gab, konnte man sie doch jederzeit auseinanderhalten und sich mit dem einen oder anderen identifzieren (oder eben auch nicht). Auch haben sich die Charaktere im Laufe der Geschichte durch verschiedene Ereignisse weiterentwickelt, was ich persönlich ja immer sehr gut finde. Allerdings hätte ich mir ein Glossar gewünscht, da ich wirklich lange Zeit Probleme hatte, die Charakte vom Namen her zu untescheiden. Da alle sowohl einen Künstlernamen als auch einen echten Namen besaßen und immer mal mit dem einen und mal mit dem anderen angesprochen werden, war es äußerst schwierig die Namen den Personen zuzuordnen und ich war wirklich lange verwirrt, wer jetzt eigentlich wer ist.

Zuletzt muss ich auch noch mal auf die verschiedenen Autoren eingehen, die die Geschichte geschrieben haben. Ja, der Name GRR Martin steht groß auf dem Buch und er hat auch einige Kapitel der Geschichte geschrieben, doch wechselt er sich mit insgesamt vierzig verschiedenen Autoren ab. Zuvor habe ich mich gefragt, ob nicht gerade diese Wechsel den Lesefluss nicht erheblich stören würden, doch dem war eigentlich überhaupt nicht so. Die Autoren wechseln Kapitelweise und beleuchten immer nur das Innenleben einer Person, wodurch nicht nur die verschiedenen Charaktere vielschichtiger und unterschiedlicher wurden, sondern für mich auch kein merkbarer Bruch im Erzählstil entstand.

Alles in allem findet man hier also eine gute Geschichte, die ein bisschen etwas von einem Comic an sich hat und doch zu unterhalten weiß.  


Eine sehr unterhaltsame Geschichte, die wie ein Action-Film/Comic-Buch daherkommt. Obwohl die Geschichte durchaus noch etwas mehr an Tiefgang besitzen könnte, war das Buch innovativ und konnte durch seine Kreativität überzeugen. Selbst wer keine Comics mag, darf diesem Buch gerne mal eine Chance geben und sich überraschen lassen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥


Vielen Dank an den Penhaligon-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Kaufen? *klick*

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