19 Oktober 2014

[Rezension] Gated, die letzten 12 Tage - Amy Christine Parker

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Inhalt
Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .

Titel: Gated, die letzten 12 Tage; Autor: Amy Christine Parker Seiten: 336; Verlag: dtv; ISBN: 978-3-423-76098-0; Preis (Hardcover): 16,95 Euro; Erscheinungsdatum: September 2014



Der Klapptext des Buches redet von einem Weltuntergang und einem Regime, dass seine auserwählten Mitglieder davor schützen möchte. Dazu noch einen Jungen, der nicht an das Regime glaubt und ein Mädchen, welches zu Zweifeln beginnt und schon haben wir die Zutaten für eine gewöhnliche Dystopie - so weit so gut. Doch wer bei diesem Buch mit einer klischeehaften Dystopie rechnet, wird beim Lesen überrascht werden.

Das Buch beginnt damit, dass Lyla, unsere Hauptperson, und ihre drei Freunde auf Holzmenschen schießen, eine Schießübung, die ihnen beim Weltuntergang helfen soll, auf echte Menschen zu schießen. Lyla hat damit jedoch große Probleme. Sie will weder auf Menschen schießen, noch findet sie den Gedanken, dass alle Menschen außer die Auserwählten sterben werden, schön.

Lyla war schon etwas stereotyp, da sie das typische graue Mäuschen dargestellt hat, welches sich selbst als schwach und hässlich ansieht, obwohl sie beides nicht ist. Trotzdem war es schön, dass sie im Laufe des Buches an Selbstbewusstsein gewonnen hat und am Ende als starke, junge Frau darsteht. Die anderen Charaktere waren größtenteils sympathisch, jedoch hätten sie für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe besitzen können.

Schnell merkt man, dass dieses Buch auf jeden Fall keine Dystopie ist. Es spielt in unserer Zeit und "das Regime" besteht aus einer abgeschotteten Gemeinde, deren Anführer ein strenger Mann ist, der blindes Gehorsam fordert und sich selbst Pioneer nennt. Das Ende der Welt wurde ihm durch Visionen vorhergesagt, genau wie er durch diese die Menschen, die würdig sind, zu überleben, gesehen hat.

Durch das merkwürdige Verhalten von Pioneer, stellt man die Gemeinde schnell in Frage. Sind sie lediglich eine Art Sekte oder steckt hinter Pioneers Visionen tatsächlich ein Funken Wahrheit? Das ist die Frage, die sich durch das ganze Buch zieht. Man merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt, doch was die ganze Wahrheit ist, findet man erst gegen Ende des Buches heraus. Dieser Umstand macht für mich einen Teil der Spannung des Buches aus.
Hinweise auf die Wahrheit liefern Zitate am Anfang jedes Kapitels von teilweise realen Menschen, allerdings nur, wenn man diese auch richtig interpretieren kann.

Auch war es sehr realistisch dargestellt, wie ein einzelner Mann eine Gruppen Menschen kontrollieren und manipulieren kann. Obwohl das Buch fiktiv war, wirkt es sehr realistisch und ist auf reale Begebenheiten übertragbar.

Außerdem hat es mir sehr gut gefallen, dass die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund stand, sondern nur ein Nebenstrang darstellte. Die Geschichte driftete also nicht ins Kitschige ab und auch eine richtige Dreiecksbeziehung gab es nicht.

Was man dem Buch vielleicht vorwerfen könnte, war die fehlende Spannung im mittleren Teil. Mich hat es nicht zu sehr gestört, da ich es, wie gesagt, sehr spannend fand, zu beobachten, wie Pioneer seine Gemeinde unter Kontrolle hält und diese Geschichte für mich ein paar neue Blickwinkel eröffnet hat. Trotzdem kann der mittlere Teil, vor allem wenn einem die Geschichte noch nicht wirklich zusagt, etwas lang werden, doch dafür wird man mit einem sehr actionlastigen, spannenden Finale belohnt, was für meinen Geschmack schon fast etwas zu viel des Guten war.


Eine interessante Geschichte über einen Mann, der eine ganze Gemeinde mit Belohnen und Bestrafen unter Kontrolle hält und den Leser sich fragen lässt, was die Wahrheit und was eine Lüge ist. Es war nicht alles perfekt und trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten. Wer gerne mal in die Welt der Sekten eintauchen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Wer sich eine Dystopie oder ein Endzeitroman erhofft, sollte sich etwas anderes suchen. Auch wer schon viele Bücher in Richtung Sekte gelesen hat oder einfach generell gut in das Thema eingearbeitet ist, wird wahrscheinlich eher enttäuscht werden.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥


Vielen Dank an dtv zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Kaufen? *klick*

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