18 November 2014

[Rezension] Elfenmagie - Sabrina Qunaj

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Inhalt
Jahrtausende nach der Teilung Elvions erreicht die Fehde der Licht- und Dunkelelfen einen Höhepunkt. Mit dem Blut der Halbelfe Vanora könnte das Reich wiedervereint werden und die Königin Alkariel ihre alte Macht zurück erhalten.
Die Dunkelelfen versuchen dies zu verhindern, indem sie das Mädchen versteckt halten. Nichts ahnend wächst Vanora in der Welt der Menschen bei ihrem Vater auf, bis das Schicksal sie eines Nachts einholt und der geheimnisvolle Glendorfil erscheint.


Titel: Elfenmagie; Reihe: Elvion; Autor: Sabrina Qunaj Seiten: 976; Verlag: Aufbauverlag; ISBN: 978-3-7466-2738-0; Preis (Broschur): 16,99 Euro; Erscheinungsdatum: März 2012



puuh, mir fällt es gerade richtig schwer, dieses Buch zu bewerten. Es gab einige Dinge, die mir sehr gut gefallen haben, aber auch einiges, was ich eher schlecht fand... Ich weiß jetzt aber nicht so genau, welche Seite überwiegt oder ob sich beide Seiten am Ende die Waage halten.

Schauen wir doch mal, was wir auf der Haben-Seite finden. Gefallen hat mir die Geschichte an sich, die für mich persönlich, da ich sehr wenige Elfenromane bis jetzt gelesen habe, spannend und neu war, obwohl sie natürlich nicht ohne ein paar Standart-Fantasy-Klischees auskommen konnte. Vanora, die keine Ahnung hat, dass sie eine Halbelfe ist, wird eines Tages von einem seltsamen Fremden in der Elfensprache unterrichtet, sie bekommt Kämpfen und auch zaubern beigebracht. Da sie ein kleines Mädchen ist, macht sie sich darüber keine Gedanken und erst viele Jahre später erfährt sie von ihrer Herkunft und der Gefahr in der sie schwebt. Sie wird nach Elvion gebracht, das Reich der Elfen, welches durch einen Zauber in das Reich der Licht- und das Reich der Dunkelelfen geteilt wurde. Die böse Königin der Lichtelfen setzt nun alles daran, Vanora in die Finger zu bekommen, denn durch ihr Blut kann die Barriere zerstört werden und sie über das gesamte Reich herrschen. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und bald ist ein Krieg der beiden Reiche nicht mehr fern...

Ja, also wie gesagt, die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, es war spannend und bei der Fehde wusste man lange Zeit nicht wie sie enden würde. Die Fantasywelt wurde von der Autorin gut entworfen und ließ mich in das Reich Elvion völlig abtauchen. Besonders positiv überrascht hat mich das Ende. Ich hätte bis zuletzt schwören können, das es ein typisches Heile-Welt-Ende wird, doch die Autorin hatte den Mut etwas anderes durchzuziehen und das hat mich sehr begeistert.

Auch die Charaktere sind sehr gut entworfen und die drei Protagonisten, deren Innenleben man kennenlernt, sind sehr sympathisch. Außerdem verändern sich die Charaktere im Laufe der Geschichte durch verschiedene Ereignisse, was die Autorin sehr nachvollziehbar darstellen konnte. Dazu kommen die vielen sympathischen Nebenfiguren, ganz besonders muss ich hier den Kobold Bienli erwähnen, der mein persönlicher Held der Geschichte ist.

So, das spricht doch schon mal sehr für die Geschichte. Leider muss ich jetzt auch noch zu den Dingen kommen, die mir nicht gefallen haben.
Gar nicht gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte einen sehr großen Teil des Buches eingenommen hat. Endlos lange Kapitel musste man das Schmachten der drei Protagonisten  über sich ergehen lassen. Manche Szenen triefen nur so vor kitschigen Liebeschwüren oder dem großen Drama eines gebrochenen Herzens.

Als ob eine einzelnes sehr schnulzig-dramatisches Liebespaar nicht gereicht hätte, nein es muss auch noch eine Dreieckbeziehung darin vorkommen. Natürlich buhlen gleich zwei Elfen um das Herz von Vanora und daraus entsteht dann noch größeres Drama... Ja. Also ihr merkt, ich hätte gerne weniger Liebesdrama gehabt. Gerade im Mittelteil passiert neben Herzschmerz eigentlich nicht viel weiteres und da das Buch wirklich lang ist, hätte man hier durchaus kürzen können.

Auch finde ich es etwas schade, dass es in der Geschichte sehr klar Gut und Böse gibt. Als Leser merkt man schon nach wenigen Seiten, dass Nevliin, der "Auftragsmörder" der Königin, eigentlich ein Guter ist, der sich von der Königin blenden lässt. Schöner wären Figuren gewesen, bei denen nicht sicher ist, auf welcher Seite sie stehen oder die zwar Böse sind, aber doch einen guten Kern haben etc... Aber das ist nur ein sehr kleiner Kritikpunkt und eine persönliche Vorliebe von mir. Ich weiß, dass es in klassischen High Fantasy Büchern eigentlich immer eine klare Trennung zwischen Gut und Böse gibt. Ich mag es nur anders lieber :D


So nach sorgfältigen Abwägen meiner Argumente komme ich zu dem Schluss, dass ich das Buch eigentlich gut fand. Anfang und Ende waren sehr stark, nur der mittlere Teil besitzt einige Längen, welche ich dem Buch wohl nun verzeihen werde.
Wer gerne klassische High Fantasy liest, darf es gerne mal mit diesem Buch versuchen, er sollte sich jedoch auf Herzschmerz einstellen.
Wer mit Liebesschnulzen wirklich gaaaar nichts anfangen kann oder auch den Fantasyelementen skeptisch gegenübersteht, sollte sich doch ein anderes Buch suchen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥

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