01 November 2014

[Rezension] Radiactive, die Verstoßenen - Maya Shepherd

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Inhalt
Nach dem Dritten Weltkrieg gleicht die Erde einem Trümmerfeld. Die letzten überlebenden Menschen haben sich in Sicherheitszonen verbarrikadiert, um sich vor der radioaktiven Strahlung zu schützen. Ein Überleben ist nur nach strengen Regeln und Gesetzen möglich. Es gibt weder Eigentum noch einen eigenen Willen. Die Legionsführer nehmen den Menschen jede Entscheidung ab. In dieser Welt ist kein Platz für Gefühle. Die Menschen leben nur noch um zu funktionieren, deshalb tragen sie Nummern statt Namen. D518 ist eine von ihnen. Geboren in dieser zerstörten Welt, hat sie nie ein anderes als dieses von Kontrolle bestimmte Leben kennengelernt. Dies ändert sich schlagartig, als sie von Gegnern der Regierung entführt wird. Alles, woran sie bisher geglaubt hat, stellt sich als eine Lüge heraus.

Titel: Die Verstoßenen; Reihe: Radioactive; Autor: Maya Shepherd Seiten: 280; ISBN: 978-1481156158; Preis (Taschenbuch): 9,98 Euro; Erscheinungsdatum: Dezember 2012



Die Verstoßenen ist der erste Teil einer Tetralogie von einer noch relativ jungen Autorin. Diesen gab es bei Amazon für kurze Zeit umsonst und da ich Dystopien ja liebe, musste ich hier einfach zuschlagen.

Die Geschichte handelt von D518, einer Jugendlichen, die in der Sicherheitszone lebt, einem Ort, an dem sich die Menschen nach dem dritten Weltkrieg zurückgezogen haben. Dort sind alle gleich, denn alles, was nicht gleich ist, führt zu Krieg. Gleich sein heißt in diesem Fall, dass sie gleich aussehen, sich gleich kleiden und keine Namen oder Persönlichkeiten besitzen. Die Menschen in der Sicherheitszone wirken eher wie Roboter als wie Menschen.
Die Zukunftswelt, die die Autorin entworfen hat, hat mich sehr gefesselt. Das Leben in der Sicherheitszone ist beängstigend und als Leser stolpert man immer wieder über die seltsamen Leitsätze der Sicherheitszone, die so ganz unseren Überzeugungen widersprechen.

Es kommt, wie es kommen muss, D518 wird entführt und landet bei einer Gruppe Rebellen. Hier entwickelt sie langsam aber sicher eine eigene Persönlichkeit und der Wandel vom ferngesteuerten Roboter zur starken Frau mit echten Gefühlen, gelingt der Autorin wirklich sehr gut und glaubwürdig. D518, oder nun Cleo genannt, wird immer wieder mit für uns alltäglichen Situationen und Gefühlen, wie Vertrauen, Angst und Trauer konfrontiert, die für sie neu sind. Sie merkt jedoch schnell, dass gerade diese Gefühle das Menschsein ausmachen und blüht bei den Rebellen regelrecht auf.

Was mir jedoch nicht besonders gefallen hat, war die Liebesgeschichte, die sich in die Dystopie einschleicht und plötzlich den größten Teil der Geschichte einnimmt. Ich finde es zum einen schade, dass eine gute Dystopie plötzlich zu einer Liebesschnulze wird, da die Zukunftsvision der Autorin sicherlich noch sehr viel mehr Potential besessen hätte und ich lieber mehr in diese Welt eingetaucht wäre. Außerdem ist der Funke bei dieser Liebesgeschichte nicht auf mich übergesprungen. Dies liegt daran, dass ich die Gefühle von Cleo in dieser Hinsicht überhaupt nicht nachvollziehen konnte, da sie sich ausgerechnet in den größten Widerling der Rebellen verliebt und das ohne ersichtliche Grund. Dazu durchläuft ihr fast schon bösartiges Objekt der Begierde eine sehr merkwürdige Wandlung. Ohne Grund wird er vom Fiesling plötzlich zu einem schnulzigen Weichling. Ich mag es ja eigentlich, wenn die zwei Liebenden sich zu Beginn nicht grün sind, aber in diesem Fall wirkte alles auf mich sehr gestellt und irgendwie merkwürdig. Gefühle konnte die Autorin hier bei mir leider nicht rüberbringen.

Dazu kamen noch ein paar Logikfehler, wie zum Beispiel ein vollgetanktes Auto, obwohl die Rebellen in der Wüste leben und quasi Selbstversorger sind - Tankstellen gibt es in einer zerstörten Welt auch sicherlich keine. Hier und da hat man manchmal das Gefühl, die "neue Welt" ist nicht ganz ausgereift und zu Ende gedacht worden, wobei viele Dinge auch noch in den Folgebänden erklärt werden könnten.


Ein sehr interesssanter Zukunftsansatz, der jedoch durch einige Logikfehler und einer Liebesgeschichte, die mich nicht berühren konnte, wieder an Reiz verliert. Trotzdem mochte ich die Welt, die die Autorin entworfen hat und hoffe, dass sie in den nächsten Bänden das Potential der Geschichte besser nutzt. Ich werde auf jedem Fall dem zweiten Band eine Chance geben.
Kaufen darf sich jeder die Geschichte, der Dystopien mag und mit einer leicht schnulzigen Liebesgeschichte umgehen kann. Wer eher Dramatik, großes Kino oder eine wirklich berührende Geschichte sucht, sollte ein anderes Buch wählen.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥


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