27 März 2015

[Rezension] Zwillingsmond - Christiane Spies

0 DREAMS left | leave a DREAM




Titel: Ziwllingsmond
Autor: Christiane Spies
Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: März 2015
Verlag: Droemer-Knaur
ISBN: 978-3-426-51360-6

Karpaten, 1474: Ildiko und Janko, die Kinder des Werwolfpaares Veronika und Gábor, sind Zwillinge und doch so verschieden wie Sonne und Mond. Als ihre Familie durch einen hinterhältigen Angriff auseinandergerissen wird, müssen beide über sich hinauswachsen. Denn ein geheimer Werwolf-Bund hat das Ziel, die Herrschaft über Werwölfe und Menschen an sich zu reißen.


Rezension


Vor zwei Jahren habe ich Mondherz gelesen, welches mir trotz ein paar Längen eigentlich gut gefallen hat. Deswegen hatte ich auch große Hoffnungen in die Fortsetzung und wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte dreht sich um die Zwillinge Janko und Ildiko, die Kinder von Gabór und Veronica, der beiden Hauptpersonen aus dem ersten Band. Da Janko schon vor seiner Geburt vorausgesagt wurde, dass er die Welt vor dem Bösen retten kann, wollen ihn alle möglichen Mächte in die Hände bekommen und ihn für ihre Zwecke ausnutzen. Aus diesem Grund ist die Familie seit der Geburt der Zwillinge auf der Flucht und lebt abgeschieden von den Menschen.
Zu Beginn ist es mir doch etwas schwer gefallen, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Ich habe den Inhalt von Mondherz nämlich nicht mehr ganz parat und so hat es doch etwas gedauert bis ich der Geschichte folgen konnte. Trotzdem würde ich sagen, dass man dieses Buch auch lesen kann, wenn man den ersten Teil nicht kennt, da es eigentlich eine eigenständige neue Geschichte ist. Nur am Anfang braucht es, wie gesagt, etwas Kontext, bis man weiß, um was es geht.

Schließlich passiert bald dann doch das Unvermeidbare, Janko wird entführt und nun setzen die restlichen Rudelmitglieder alles daran, ihn zu befreien. Ab diesem Zeitpunkt entwickelt die Geschichte eine sehr gute Dynamik und schafft es den Spannungsbogen sehr viel besser aufrecht zu erhalten, als noch im ersten Band. Die Autorin schafft es, den Leser durch unvorhersehbare Wendungen zu überraschen und führt die Figuren an Orte, mit denen wohl niemand gerechnet hätte. Zu Beginn ist dabei alles noch sehr mysteriös. Immer mal wieder taucht man nicht nur in die Perspektive von Janko und Ildiko ein, sondern auch in Perspektiven, bei denen man den Sinn noch nicht verstehen kann. Vor allem der wolfhassende türkische Hauptmann Adem hat hier meine Neugier geweckt, da er auch mit einer sehr seltsamen Gabe um die Ecke kommt. Dazu tauchen noch mystische Amulette und Werwölfe auf, die sich den ältesten Werwölfen widersetzen können (was eigentlich  nicht möglich ist, da diese sozusagen die Ober-Alpha-Wölfe sind). Es dauert lange, bis die ganzen einzelnen Geschichten schließlich alle zusammenlaufen und erst am Ende werden alle Geheimnisse völlig auf den Tisch gelegt und enträtselt, was mir auch sehr gut gefallen hat. So hatte man selbst lange die Möglichkeit zu spekulieren.
Neben dem Fantasyteil und den Geheimnissen um die Werwölfe, taucht man in einen sehr authentischen Ausschnitt unserer Vergangenheit ein, da die Geschichte im 15. Jahrhundert unserer Welt spielt und dieses Mal die Seite des osmanischen Reiches näher beleuchtet. 

Was ich auch dieses Mal wieder hervorheben muss, ist der Schreibstil. Selten habe ich eine Geschichte erlebt, in der so realistisch die Unterschiede zwischen Menschen und Werwölfen geschildert wird. Man kann einfach die Art und das Wesen der Werwölfe auch als Mensch so wunderbar nachvollziehen, als würde man es selbst erleben. Dabei wirkt das ganze so authentisch und natürlich, als wäre es einfach wirklich so.

Außerdem gefallen mir die einzelnen Figuren wirklich sehr gut. Jeder ist einzigartig und selbst Randfiguren wirken nicht blass sondern lebendig. Auch der Perspektivewechsel geligt der Autorin sehr gut und haucht den Hauptfiguren weitere Tiefe ein. Außerdem wachsen alle Figuren an ihren Aufgaben und zumindest die Hauptfiguren durchlaufen in der Geschichte eine nachvollziehbare Wandlung, was mir auch immer sehr gut gefällt.

Am Ende läuft die Geschichte auf einen unvermeidlichen und spannenden Höhepunkt zu, der doch mit der ein oder anderen Überraschung endet. Das Buch endet relativ abgeschlossen, lässt aber doch einiges offen - vielleicht ja auch für eine weitere Fortsetzung.

Fazit


Zwillingsmond hat mir tatsächlich besser gefallen als Mondherz, da es, was Figuren und Schreibstil angeht, zwar mit dem Vorgänger auf gleicher Höhe ist, jedoch die Geschichte weniger Längen besitzt und für mich gleichbleibend spannend und interessant war.
Wer gerne mal in einen historischen Roman abtauchen möchte, der auf eine sehr realistische Art und Weise Werwölfe mit unserer Vergangenheit verknüpft, sollte unbedingt zugreifen. Wer entweder mit historischen oder aber mit phantastischen Elementen gar nichts anfangen kann, sollte ein anderes Buch auswählen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥


5 Dreamcatcher
Danke an Droemer-Knaur für die Bereitstellung des Rezension-Exemplars :)
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