07 Mai 2015

[Rezension] Das Rosie-Projekt - Graeme Simsion

2 DREAMS left | leave a DREAM


Titel: Das Rosie-Projekt
Autor: Graeme Simsion
Preis: 18,99 €
Erscheinungsdatum: Dezember 2013
Verlag: Fischer Verlag
ISBN: 978-3-8105-1951-1

Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.


Rezension


Das Rosie-Projekt ist wohl eines der Bücher, an dem kaum jemand vorbei kommt. Zumindest den Namen hat doch fast jeder schon mal gehört und von denen die das Buch gelesen haben, hört man nur Gutes. Aus diesem Grund stand bei mir schnell fest, dass ich dieses Buch auch lesen muss und nun hatte ich endlich die Gelegenheit dazu.

Die Geschichte zum Buch ist schnell erzählt. Don, ein typischer, hochintelligenter Wissenschaftler, jedoch mit sozialer Inkompetenz sucht eine Frau. Da lockeres Daten bei ihm immer in Katastrophen gemündet hat, beschließt er, die Sache endlich wissenschaftlich anzugehen und entwickelt einen Fragebogen, um die für ihn perfekte Frau zu finden.
Natürlich funktioniert dies eher schlecht als recht und über ein paar Umwege lernt er schließlich Rosie kennen, die so ganz anders ist als er und sein Leben völlig durcheinander bringt.

Die Idee ist denkbar einfach und das Buch wäre sicherlich ein schreckliches "Schema F"-Buch, währen die beiden Hauptcharaktere nicht so einmalig. Schon Rosie, die den Titel des Buches geprägt hat, ist so autenthisch, normal, ehrlich, schusselig, dass man sie einfach gern haben muss, aber Don schießt den Vogel ab.
Don ist wie Sheldon Cooper aus the big bang theory, jedoch ein bisschen netter. Versteht mich nicht falsch, Sheldon ist meine Lieblingsfigur, aber er ist schon stellenweise sehr gemein. Don jedoch hat echten Humor (neben dem unfreiwilligen, den auch Sheldon besitzt) und ist im großen und ganzen ein netter Kerl, der jedoch sehr oft in irgendwelche Fettnäpfchen tritt und nie genau weiß, wie er sich richtig verhalten soll. Erst durch Rosie beginnt sich Don weiterzuentwickeln und lernt einige Dinge dazu, obwohl er trotzdem verschroben bleibt.

Das Interagieren der beiden Figuren funktioniert wunderbar und sorgt für viele heitere Lesestunden. Dazu hat mir der wissenschaftliche Rahmen gefallen. Alle Figuren gehören irgendwie zur Universität und wissenschaftlich wird es vor allem in der Psychologie und der Genetik, beides Bereiche, die auch mich sehr faszinieren und interessieren.

Natürlich bleibt trotz allem noch viel Schema F und auch einige Vorhersehbare Handlungen, doch durch den erfrischend anderen Rahmen und die erfrischend anderen Figuren kann man das diesem Buch verzeihen.

Fazit


Ich bin rund um zufrieden mit diesem Buch. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten und bietet eine humorvolle Geschichte in einem anderem Rahmen, als man es eigentlich gewohnt ist. Auch die Hauptfiguren sind beide sehr authentisch und wandern nun in die "Lieblingscharas"-Schublade in meinem Kopf.
Wer gerne ein leicht romantisches, aber vor allem unterhaltsames Buch lesen möchte, dass trotz der Wissenschaft als "leichte Lektüre" bezeichnet werden kann, sollte unbedingt zuschlagen.
Wer einen richtigen Liebesroman oder eher trockene Wissenschaft sucht, sollte doch etwas anderes lesen.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥♥♥ Gefühl: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥


5 Dreamcatcher

Kommentare:

  1. Ich liebe Don. Ich habe im letzten Jahr mit Autisten gearbeitet und ich sehe Don immer wieder in den Jungs. Ein toller liebenswerter Protagonist.
    Schönen Tag Dir,
    Mel

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    1. ja, ich glaube auch, dass es kein Zufall war, dass Don einen Vortrag über das Asperger-Syndrom halten musste ;)

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