19 Oktober 2016

[Rezension] Der geheime Namen - Daniela Winterfeld

4 DREAMS left | leave a DREAM



Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind … Seit sie denken kann, ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Doch jetzt, mit 19, will sie endlich ein richtiges Zuhause finden und zieht zu ihrer Großmutter, die am Rand eines düsteren Moores lebt. Das Moor fasziniert Fina vom ersten Moment an – genau wie der geheimnisvolle Junge, der dort lebt. Weder Fina noch der Junge ahnen, dass sie beide nur Figuren in einem Spiel sind, das dem betrogenen Wesen endlich seinen Lohn bringen soll …


Titel: Der geheime Namen | Autor: Daniela Winterfeld | ISBN: 978-3-426-51127-5 
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Auf diese Märchenadaption war ich lange Zeit sehr gespannt. Rumpelstilzchen finde ich seit Once upon a time ja eigentlich ziemlich cool und so war ich neugierig auf diese Version des gemeinen Männchens.

Die Geschichte beginnt sehr mysteriös. Fina befindet sich mit ihrer Mutter auf der Flucht vor ihrem brutalen Vater. Damit dieser sie nicht findet, ziehen die beiden alle paar Monate auf einen anderen Korntinten. Doch mit ihren 19 Jahren möchte Fina nicht mehr fliehen und nimmt Reißaus vor ihrer Mutter und versteckt sich bei ihrer Oma. Dort trifft sie eines Tages einen merkwürdigen Jungen, der alleine im Moor lebt.

Eigentlich dachte ich, ein sehr düsteres Märchen vor mir zu haben, vielleicht etwas gruselig und brutal, aber tatsächlich lag der Schwerpunkt der Geschichte nicht auf dem Wesen, sondern auf Fina und dem geheimnisvollen Jungen aus dem Moor, Mora. Beide werden im Laufe der Geschichte erwachsen und ´kämpfen auf ihre Art um ihre Freiheit. Dadurch, dass es eben mehr um die beiden geht und auch ihre Beziehung zueinander, wird das Buch stellenweise wirklich ganz schön kitschig. Gleichzeitig schafft es die Autorin jedoch die Bedrohung durch das Wesen permanent im Hintergrund mitschwingen und die Gefahr immer mehr anschwellen zu lassen, sodass das Buch wirklich durchweg eine gewissen Spannung besitzt.

Besonders gefallen hat mir außerdem Mora. Seine Vergangenheit und die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, konnte mich berühren und selten habe ich  mir für eine Figur so sehr ein Happy End gewünscht, wie für ihn.

Etwas gestört haben mich ein paar kleinere für mich unlogische Szenen. So fand ich es zum Beispiel merkwürdig, dass Finas Oma es nicht mit einer Silbe hinterfragt, dass ihre Enkelin wochenlang im Winter bei einem dubiosen Jungen im Moor lebt.

Trotz allem konnte mich das Buch gut unterhalten und hat neben einem recht kitschigen Mittelteil noch ein großes Finale zu bieten, das noch mal sehr spannend wird. Das Buch endet abgeschlossen und war für mich zufriedenstellend.







Das Buch ist eine originelle  Adaption des Märchens "Rumpelstilzchen". Obwohl die Geschichte einige düstere Elemente enthalten hat, lag der Schwerpunkt jedoch auf der Figurenentwicklung und auf einer sehr speziellen Liebesgeschichte. Damit konnte die Autorin mich unterhalten und ich bin gerne in das Buch mit seiner ruhig-düsteren Atmosphäre abgetaucht.


Stil: ♥♥♥ | Charaktere ♥♥♥♥ | Humor: ♥♥ | Gefühl: ♥♥♥♥ | Spannung: ♥♥♥ | Kreativität: ♥♥♥♥♥

4 Dreamcatcher

Kommentare:

  1. Hallo ;-)
    Ich habe das Buch vor drei Jahren gelesen und ich war fasziniert von der Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wurde. Bildgewaltig und mit ungewöhnlicher Sprachfarbe wird man in diese dunkle Welt gezogen.
    Dir erging es, bis auf ein paar kleine Punkte, ganz offensichtlich sehr ähnlich.
    Liebe Grüße, Hibi

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    1. hey :)
      Ja, ich fand die Welt auch total faszinierend und die düstere Atmopshäre konnte die Autorin wirklich super rüber bringen.
      Und ja, es war für mich nicht das beste Buch, dass ich je gelesen habe, aber eine wirklich gute Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde.

      Liebe Grüße
      Lena

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  2. Hallo Lena,

    ich habe das Buch gelesen als es damals erschienen ist und ich fand es einfach nur genial. Mir hat das Buch so gut gefallen, einfach weil es mal was ganz anders war und wie Hihi schon sagte, so Bildgewaltig. Wenn du magst kannst du gerne meine Rezi dazu nachlesen ;)

    http://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2013/06/der-wicht-mit-dem-geheimen-namen-ein.html

    Aber schön das es dir ähnlich erging wie mir ;)

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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  3. Hallo liebe Lena,

    schöne Rezi. Ich habe dieses Buch vor meiner Bloggerzeit auf meinen damaligen Stöbertouren durchs Internet mal entdeckt, ihm aber keine nähere Beachtung geschenkt. Mich hat damals vor allem der düstere Aspekt fasziniert, dementsprechend finde ich es schade, dass der Fokus, so wie du sagst bzw. schreibst, eher auf der Liebesgeschichte liegt. Auch die unlogischen Elemente und der Kitschfaktor schrecken mich eher ab, auch wenn das Grundprinzip ziemlich cool klingt.

    Liebe Grüße
    Dana

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