14 November 2016

[Rezension] Irrlichtfeuer - Julia Lange

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Die junge Alba träumt vom Fliegen und arbeitet heimlich an mechanischen Schwingen. Doch dazu benötigt sie das Irrlicht-Gas, ein wertvolles, hoch entzündliches Handelsgut, auf das die Herrschenden des Stadtstaats Ijsstedt ein Monopol haben.
Alba ist nicht die Einzige, die versucht, illegal an das Gas zu gelangen: Große Teile der Bevölkerung Ijsstedts leben in bitterer Armut und werden von Banden regiert, die immer wieder Überfälle auf die Irrlicht-Transporte unternehmen.



Titel: Irrlichtfeuer | Autor: Julia Lange | ISBN: 978-3-426-51943-1 |  Bei Knaur kaufen



Mit Irrlichtfeuer habe ich schon in der Vorschau von Knaur geliebäugelt. Nicht nur weil mir das Cover wirklich gut gefällt, sondern auch weil der Klapptext eine kreative Fantasygeschichte zu versprechen schien. 

Leider konnte das Buch mich trotz der wirklich tollen Idee dahinter nicht völlig überzeugen. Die Geschichte besitzt verschiedene Handlungsstränge, die jeweils von verschiedenen Charakteren erzählt werden. Zum einen gibt es Alba, die sich wegen einer Krankheit kaum auf den Beinen halten kann und deswegen unerbittlich an ein paar Flügeln arbeitet. Dann gibt es eine Untergrundorganisation, die die verschiedenen Stadtteile Ijsstedt beherrscht, eine Bewegung, die Gerechtigkeit fordert, nachdem bei einem Unfall in einer Irrlichtmanufaktur viele Menschen ums Leben gekommen sind und die sogenannten "Irrlichtkinder", die bei einem früheren Unfall mit Irrlicht in Berührung gekommen sind und deswegen besondere Fähigkeiten haben.

 Gut gefallen hat mir der Gundgedanke der Geschichte, der versucht, die verschiedenen Parteien, die in der Stadt aktiv sind, zu Wort kommen zu lassen. Dabei stehen häufig auch politische Aspekte im Vordergrund. Das muss man mögen, ich persönlich finde das sehr spannend und die Umsetzung ist der Autorin auch gelungen. Außerdem haben mir die Figuren, so weit man diese kennenlernen konnte, gut gefallen. Die meisten besitzen einen interessanten Hintergrund und wirkten sehr authentisch auf mich. Teilweise hätte ich sie jedoch gerne noch etwas besser kennengelernt.

Zu Beginn war man jedoch von den vielen Perspektiven und damit verbunden mit den unzähligen Menschen ziemlich erschlagen. Es wird nicht wirklich deutlich gemacht, wann die Perspektiven wechseln und so kam manchmal noch zusätzliche Verwirrung auf. Deswegen dauert es eine ganze Weile bis man die einzelnen Erzählsstränge auseinanderhalten und der Geschichte wirklich folgen kann. Nachdem mir das gelungen ist, fand ich die einzelnen Geschichten eigentlich ziemlich interessant, auch wenn mir Alba und ihre Erlebnisse am besten gefallen haben. Gleichzeitig ist es jedoch schade, dass man wegen der vielen Erzählern, immer nur sehr kurz auf wenigen Seiten in eine Perspektive eintauchen konnte. Weniger Perspektiven, dafür jeweils einen längeren Abschnitt aus der Sicht eines Protagonisten hätte dem Buch gut getan. 

Das alles wäre vielleicht gar nicht so schlimm gewesen, wenn die verschiedenen Perspektiven am Ende zusammengelaufen wären und die Geschichte ein großes Ganzes ergeben hätte. Jedoch bleibt jede Geschichte für sich und die wenigsten besitzen dazu ein abgeschlossenes Ende. Viele Probleme werden in jedem Erzählstrang kurz angerissen, doch die wenigsten werden am Ende augegriffen und gelöst.




Obwohl sich die Rezension mehr auf meine Kritikpunkte konzentriert, gefielen mir doch die Grundidee, die Welt und die Figuren, die die Autorin erschaffen hat. Da mich eben die Umsetzung und die vielen Perspektiven nicht völlig überzeugen konnte, bekommt das Buch von mir gute 3 Dreamcatcher.

Stil: ♥♥♥♥ | Charaktere ♥♥♥ | Humor: ♥ | Gefühl: ♥♥ | Spannung: ♥♥♥ | Kreativität: ♥♥♥♥♥

3 Dreamcatcher

Vielen Dank an Lovelybooks, Knaur und Julia Lange, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte :)

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